Letztes Update am Fr, 23.08.2019 19:52

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Epidemie

WHO: Ebola-Zentren dank neuer Medikamente „Orte der Hoffnung“

Viele sehen die Behandlungszentren als Orte, wo man hingeht zum Sterben. Dank der beiden neuen erfolgreichen Medikamente soll sich das ändern.

Der Ebola-Virus gehört zu den gefärhlichsten Krankheitserregern der Welt.

© ReutersDer Ebola-Virus gehört zu den gefärhlichsten Krankheitserregern der Welt.



Genf – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzt große Hoffnung in die beiden neuen erfolgreichen Medikamente gegen das lebensgefährliche Ebola-Virus. Abgesehen vom Nutzen für die behandelten Patienten werde das auch die Einstellung vieler skeptischer Menschen in der bürgerkriegsgeplagten Region ändern, meinte der WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am Freitag in Genf.

„Viele Menschen waren überzeugt, das Ebolabehandlungszentren Orte waren, wo man hinging zum Sterben“, sagte Ryan. Mit den neuen Medikamenten würden sie Orte der Hoffnung. Von den vier experimentelle Medikamenten, die im Einsatz waren, haben sich bei zweien Überlebensraten von 89 bis 94 Prozent gezeigt, wenn die Patienten die Therapie innerhalb der ersten Tage nach Auftreten von Symptomen bekamen. Seit Mitte August werden alle Patienten mit den beiden Medikamenten behandelt.

Seit Ausbruch der Epidemie vor mehr als einem Jahr haben sich mehr als 2900 Menschen angesteckt und mehr als 1900 sind daran gestorben. Mitte August waren erstmals Fälle in einer dritten Provinz aufgetaucht, die bisher nicht betroffen war.

Falsche Informationen im Umlauf

Neben der schwierigen Sicherheitslage in einer Region, in der seit Jahrzehnten rivalisierende Rebellen die Bevölkerung terrorisieren, kämpfen die Ebola-Helfer gegen Missinformation, die Ängste schürt. Nach Angaben von Ryan gibt es in sozialen Medien wie WhatsApp-Gruppen einflussreiche Mitglieder, die behaupten, beim Impfen gegen Ebola werde man erst infiziert und mit den Medikamenten dann getötet. „Die beste Art, dagegen anzugehen, ist, selbst mit den besten Informationen rauszugehen, damit die Leute wählen können“, so Ryan. (APA/dpa)