Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 29.08.2019


Tirol

Mit dem Auto in die Schule: Experten raten vom “Elterntaxi“ ab

Der VCÖ empfiehlt, Kinder noch in den Ferien mit dem Schulweg vertraut zu machen, statt sie mit dem Auto in die Schule zu bringen.

Ein Fünftel der Schulkinder in Tirol wird im Auto der Eltern in die Schule chauffiert. Das verursacht zusätzlichen Verkehr im Umfeld der Schule.

© Getty Images/iStockphotoEin Fünftel der Schulkinder in Tirol wird im Auto der Eltern in die Schule chauffiert. Das verursacht zusätzlichen Verkehr im Umfeld der Schule.



Innsbruck – Jedes fünfte Kind wird in Tirol mit dem Auto zur Schule chauffiert – für den Verkehrsclub Österreich (VCÖ) ein zu hoher Wert. Denn die Experten des VCÖ raten vom so genannten „Elterntaxi“ ab. Dieses würde im Umfeld der Schulen oft ein Verkehrschaos verursachen und außerdem auch dem eigenen Kind schaden. Denn auf Schulwegen sei die Verkehrssicherheit höher und Kinder könnten auf dem täglichen Weg in die Schule Kompetenz für das richtige Verhalten im Straßenverkehr erlangen, betont der VCÖ. Werden Kinder hingegen mit dem Auto zur Schule gebracht, würde ihnen genau diese Chance genommen. „Vor allem Volksschulkinder haben meist einen kurzen Schulweg, der gut zu Fuß gegangen werden kann. Damit kommen die Kinder auf eine tägliche Portion gesunde Bewegung und sie erlangen vor allem Kompetenz für das Verhalten im Straßenverkehr. Das hilft ihnen auch bei all ihren Wegen, die sie in der Freizeit zurücklegen“, erklärt VCÖ-Sprecher Gratzer.

Allerdings sollte das Kind rechtzeitig – nämlich noch in den Ferien – auf den Schulweg vorbereitet werden. „Meist führen mehrere Wege in die Schule. Wichtig ist, den für das Kind besten und nicht unbedingt den kürzesten Weg zu wählen“, rät Gratzer. Konkret heiße das, jene Route zu wählen, auf der weniger Autos fahren, das Tempo des Autoverkehrs niedriger ist und weniger Straßen zu überqueren sind. „Kinder können erst ab etwa dem 9. Lebensjahr Entfernungen richtig abschätzen, das Abschätzen von Geschwindigkeit ist erst danach möglich“, erläutert der Experte. Wichtig ist, den Schulweg aus der Perspektive des Kindes zu betrachten. Hindernisse oder parkende Autos, über die Erwachsene leicht hinwegblicken, können Kindern die Sicht verstellen. Deshalb fordert der VCÖ, dass das Halte- und Parkverbot vor Schutzwegen von fünf auf zehn Meter ausgeweitet wird. Außerdem sollte Tempo 30 im Ortsgebiet die Regelgeschwindigkeit sein, Tempo 50 die Ausnahme, fordert der VCÖ-Experte. (TT, np)

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