Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 06.09.2019


Osttirol

Wunschtraumfahrten: Damit noch einmal ein Herzenswunsch erfüllt wird

Das Rote Kreuz Osttirol bietet Wunschtraumfahrten an. Einen Tag lang steht Sterbenskranken ein Wagen samt Personal zur Verfügung.

Maria König und Josef Klammer sind zwei jener Freiwilligen, die Sterbenskranken noch einmal eine Wunschtraumfahrt ermöglichen.

© Christoph BlassnigMaria König und Josef Klammer sind zwei jener Freiwilligen, die Sterbenskranken noch einmal eine Wunschtraumfahrt ermöglichen.



Von Christoph Blassnig

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Lienz – Sterbenskranke Menschen haben nicht mehr viel Zeit. Ihre Angehörigen tragen die Last des baldigen Abschieds ein Stück mit.

Das Rote Kreuz Osttirol stellt eine Initiative vor, die sonst nur der Samariterbund in ganz Österreich anbietet: die Wunschtraumfahrt. In Lienz steht dafür ein eigener Ambulanzwagen bereit. „Wir wollen Patienten, die nicht mehr lange zu leben haben, einen vielleicht letzten Wunsch erfüllen“, erklärt Wilhelm Granig, seit einem halben Jahr Nachfolger von Alfons Klaunzer und damit Leiter der Servicestelle Gesundheits- und soziale Dienste. Dabei könne es sich um eine Ausflugsfahrt in die nähere Umgebung, heim zu einem Abschied von der Familie und Freunden oder vielleicht um einen Kinobesuch handeln. „Es soll sich im zeitlichen Rahmen eines Tages bewegen“, legt das Rote Kreuz fest. Die Kosten finanziert die Organisation aus Spenden. Begleitet wird die Fahrt von zwei freiwilligen Sanitätern, die bei Bedarf eine medizinische Betreuung gewährleisten. „Es gibt vergleichbare Angebote in Deutschland fast flächendeckend, und auch in Südtirol durch das Weiße Kreuz“, weiß Granig. Der Samariterbund führt rund zwei Dutzend solcher Fahrten pro Jahr durch, teilt Martina Vitek von der Organisation mit. Von dort haben sich die Osttiroler Informationen eingeholt.

Mit dem behandelnden Arzt und den Angehörigen bespricht man im Vorfeld genau, was möglich ist, ohne den Patienten zu überfordern. Rechtlich sei man auf der sicheren Seite, es werden Verträge zur Gewährleistung der Sicherheit auf beiden Seiten abgeschlossen.

Maria König und Josef Klammer führen seit vielen Jahren regelmäßig Überstellungstransporte durch und haben Menschen aus ganz Österreich, Frankreich oder Deutschland nach Osttirol heimgebracht. „Wir glauben, dass wir mit diesem Angebot Menschen vor ihrem Abschied eine große Freude bereiten können“, sagt König. „Und nur darum geht es.“




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