Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 14.09.2019


Bezirk Landeck

Pilotprojekt soll Probleme mit Hunden entschärfen

Nicht immer ist das Leben mit Hund ganz konfliktfrei.

© iStockphotoNicht immer ist das Leben mit Hund ganz konfliktfrei.



Er gilt als der beste Freund des Menschen — aber wie jede Freundschaft ist auch diese nicht konfliktfrei. Vom Hundekot auf der Wiese bis zum wildernden Hund im Wald, die Probleme sind vielfältig. „Leider haben sich die Fronten in den letzten Jahren verhärtet, weil sich viele Halter mit ihren Hunden nicht auskennen", erklärt Hundetherapeutin und Beraterin Uli Kerber das Grundproblem. Sie begleitet ein Pilotprojekt, das von der Landecker Umweltwerkstatt gestartet wurde. 30 Gemeinden des Bezirks sowie das Land mit der Umweltabteilung und der Abteilung Agrarwirtschaft sind mit im Boot — Ziel: das Zusammenleben von Tier und Mensch zu verbessern und für die Probleme „zu sensibilisieren", wie Helmut Ladner als Obmann der Umweltwerkstatt bei der Projektpräsentation gestern in Landeck betonte.

Im bäuerlichen Bereich zum Beispiel: „Wir haben ein großes Problem mit Hundekot", so Bauernbunddirektor Peter Raggl. „Ein großer Teil der Hundehalter verhält sich richtig, ein anderer glaubt immer noch, Hundekot ist ein guter Dünger. Das braucht Aufklärung." Er verschmutzt die Wiese und damit die Ernte — unter den Bauern ist das ein viel diskutiertes Thema.

Aber auch im Tourismus müsse man aufklären — „viele Gäste haben Hunde dabei", so Ladner. Mancher habe bis zu fünf Hunde dabei. Ihnen soll künftig mit einer Broschüre in mehreren Sprachen die Problematik nähergebracht werden.

Man will den Menschen einen Leitfaden an die Hand geben. „Es geht darum zu klären: Wie verhalte ich mich im Wald, im Feld, bei Hunde- und Kinderbegegnungen, wie führe ich einen Hund, was heißt Beißprävention?", so Kerber. „Es soll ein respektvolles Miteinander möglich sein."

Dieses Wissen wird bei einer Reihe von Infoabenden weitergegeben. Vorerst gibt es fünf im September und Oktober — unter anderem mit dem Schwerpunkt Hundekot — in Landeck, Prutz, Kappl, Flirsch und Fiss. Aber auch einen Vortrag zur Ersten Hilfe für Hunde soll es geben. Darüber hinaus können auch Hundehalter ihre Ideen und Probleme einbringen.

Wunsch ist, das Projekt auf das ganze Land auszudehnen. Für den Bezirk Landeck investiert man 105.000 Euro in die Aufklärungskampagne, zwei Drittel des Geldes kommen von den Gemeinden.

Überraschend ist, wie groß die Gruppe der Hundehalter inzwischen ist. Die Tendenz ist steigend. Allein im Bezirk Landeck sind 2000 Hunde registriert. „Wenn man die zusammenzieht, ist das eine größere Gemeinde", so Projekt-Koordinator Markus Regensburger. Wenn man die Hälfte der Hundehalter erreichen würde, wäre das ein Erfolg, sind sich die Veranstalter einig. (mr)




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