Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 19.09.2019


Bezirk Kitzbühel

Treffpunkt für die St. Johanner Jugend beim Koasastadion

Das 2015 eröffnete Zentrum der Jugend beim Koasastadion hat mittlerweile rund 150 Stammbesucher.

Das Zentrum der Jugend wurde 2015 eröffnet.

© Das Zentrum der Jugend wurde 2015 eröffnet.



Von Michael Mader

St. Johann i. T. – In der jüngsten Gemeinderatssitzung in St. Johann informierte Leiterin Gudrun Krepper die Mandatare über die Arbeit mit 12- bis 25-Jährigen im Jugendzentrum.

Offene Jugendarbeit heißt das Schlagwort, das Krepper mit ihrem Team Michael Achorner-Gawrilowicz, Patrick Ritter und Nadja Franze im 2015 neu errichteten Zentrum der Jugend beim Koasastadion umsetzt. „Wir haben unsere Zielgruppe erweitert, weil wir draufgekommen sind, dass 19- oder 20-Jährige noch gerne ins Jugendzentrum gehen“, erklärt Krepper. Im Vorjahr hatte das Jugendzentrum-Team fast 3400 Kontakte mit Jugendlichen. 150 Personen zählen zu den Stammbesuchern.

Neben dem Besuch im Jugendzentrum gibt es noch ein umfangreiches Zusatzangebot wie beispielsweise Bogenschießen, Ausflüge zum Familienland, Rodeln, Workshops auch außerhalb der Öffnungszeiten oder einen Deutsch-Rap-Kurs. Es gibt aber auch verschiedenste Turniere wie Tischtennis, Dart oder Billard. Mitbestimmen, welche Veranstaltungen gewünscht werden, kann der so genannte Juz-Rat, der aus 13 Personen zwischen 12 und 19 Jahren besteht.

Ein Zusatzangebot ist der „Mötzn Treff“ für 12- bis 18-Jährige, der einmal im Monat am Samstag nur für Mädchen stattfindet. „Dort gibt es etwa ein Frühstück mit Gästen, Ausflüge und Workshops zu verschiedenen Themen wie Naturschutz, Sexualität, Prävention oder Upcycling. Einer der Wünsche war etwa ein Selbstverteidigungs-Workshop“, berichtet Krepper.

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Seit diesem Frühjahr gibt es quasi als Gegenstück die „Buamazeit“, die zweimal im Monat freitags von 15 bis 17 Uhr stattfindet. Krepper: „Die richtet sich an Buben zwischen 11 und 14 Jahren. Die gehen zwar auch gerne ins Jugendzentrum, fühlen sich aber vor den Älteren ein bisschen gehemmt und haben natürlich auch andere Interessen.“ Gesundes Kochen, Baseball, aber auch Ausflüge stehen an diesen Nachmittagen auf dem Programm. Jeden Mittwoch von 15.30 bis 18 Uhr findet ein Kindernachmittag statt. „Zielgruppe sind Kinder zwischen 8 und 12 Jahren. So ist die Hemmschwelle für sie später geringer, ins Jugendzentrum zu kommen“, weiß Krepper, die dabei auch auf direkten Kontakt zu den Eltern setzt.

Von den Gemeinderäten darauf angesprochen, berichtet Krepper davon, dass das Rauchen weniger geworden sei – und auch das Thema Alkohol sei generell rückläufig, auch wenn etwa Bier und Radler im Jugendzentrum ausgeschenkt würden: „Dazu stehen wir auch, aber es gelten natürlich auch bei uns die Regeln des Jugendschutzgesetzes.“ Kontakt zu Drogen würden die meisten erst bekommen, wenn sie die Berufsschule besuchen. Zumindest habe Krepper das beobachten können. Aufputschmittel würden vor allem bei jungen Personen eine Rolle spielen, „die arbeitstechnisch wahnsinnig viel leisten müssen. Ganz stark macht sich das im Baugewerbe bemerkbar.“