Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 24.09.2019


Bezirk Reutte

Außerferner Maturantin brillierte in Russland

Physik ist nichts für Mädchen – die 18-jährige Lechtalerin Jasmin Matti stellte dieses gängige Vorurteil auf den Kopf.

Am BRG Reutte wurde Jasmin Matti ein herzlicher Empfang bereitet. Der ehemalige Klassenvorstand Karsten Werner (l.), Physikprofessor Michael Schwarzer und Direktor Manfred Pfeifer (r.) gratulierten.

© BRG ReutteAm BRG Reutte wurde Jasmin Matti ein herzlicher Empfang bereitet. Der ehemalige Klassenvorstand Karsten Werner (l.), Physikprofessor Michael Schwarzer und Direktor Manfred Pfeifer (r.) gratulierten.



Reutte, Moskau – Als eine der besten Physikolympiade­schülerinnen Tirols wurde die Lechtalerin Jasmin Matti, die im Juni am BRG Reutte ihre Matura abgelegt hat, in das Städteteam Innsbruck berufen. Diese Tiroler „Vifzacks“ nahmen vor wenigen Tagen an der vierten Metropolis­olympiade in Moskau teil. Insgesamt 41 Teams traten in vier Disziplinen (Mathematik, Physik, Chemie und Informatik) gegeneinander an. Im Rahmen der Metropolis­olympiade gab es zuerst einen „Blitz-Wettbewerb“, bei dem das gesamte Team 80 kurze Aufgaben bearbeiten musste. An den zwei darauffolgenden Tagen standen zwei Wettbewerbsrunden mit experimentellen und theoretischen Aufgaben auf dem Programm.

Jasmin Matti verstärkte das Physikerteam und verhalf den Innsbruckern zu einer Bronzemedaille. Zusätzlich erreichte die Maturantin aus Bach in der Einzelwertung als beste Österreicherin ebenfalls Bronze. Nach den anstrengenden Bewerben gab es ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit vielen Events in Moskau. Die Höhepunkte waren eine Bootsfahrt auf der Moskwa, eine Führung durch die technische Raumfahrt­universität und nächtliche Spaziergänge mit den lokalen Volunteers. Ein tolles Erlebnis und ein gelungener Abschluss der so erfolgreichen Olympiadekarriere der wissbegierigen Außerfernerin. Denn die junge Frau räumte wohl endgültig mit dem Vorurteil auf, dass Physik nichts für Mädchen sei, sagt ihr Physikprofessor am BRG Reutte, Michael Schwarzer. Matti hat in den letzten drei Jahren beim Landesfinale der Physik­olympiade jeweils eine Medaille gewonnen. Damit nicht genug, schaffte sie heuer im Frühjahr eine kleine Sensation. Mit dem 7. Platz beim Landesfinale qualifizierte sie sich für die Vorausscheidung in Linz. Dort überzeugte sie mit Nervenstärke und Talent und qualifizierte sich als eines von nur zwei Mädchen für das Bundesfinale der besten fünfzehn in Graz. „Jasmin Matti ist das erste Mädchen unserer Schule, dem dieses Kunststück gelang“, ist Schwarzer erbaut.

Die 18-Jährige hat nun ein Auslandsjahr vor sich. Nach heutigem Wissensstand kommt für sie danach nur ein „Studium der Naturwissenschaften in Frage. Physik oder Mathematik“, weiß ihr „Prof“. Zahlen hat die Lechtalerin schon in die Wiege gelegt bekommen. Beide Eltern sind Finanzer, Vater Andreas Matti ist Chef des Finanzamts Landeck-Reutte. (TT, hm)

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