Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 27.09.2019


Bezirk Reutte

Außerferner Wirtschaftsbundobmann über Thunberg-Aussage empört

Müller widerspricht „Weltuntergangsphantasien“ und sieht eine „sektenartige Ausbreitung“.

Bezirkswirtschaftsbundobmann Peter Müller empfindet die Aussage von Greta Thunberg als Entgleisung älteren Menschen gegenüber.

© Mittermayr HelmutBezirkswirtschaftsbundobmann Peter Müller empfindet die Aussage von Greta Thunberg als Entgleisung älteren Menschen gegenüber.



Reutte – Für gewöhnlich endet der Wirkungskreis des Außerferner Wirtschaftsbundobmannes zwischen Schattwald und Fernpass. Aber wenn sich eine junge Schwedin die ganze Welt vorknöpfen kann, dann glaubt er auch erwidern zu können. Und das mit Inbrunst. Die Umweltaktivistin Greta Thunberg hatte beim UNO-Klimagipfel in New York die Erwachsenen mit dem Sager attackiert: „Wie könnt ihr es wagen, meine Kindheit zu stehlen.“ Für Müller eine unerhörte Entgleisung. „Wenn ein Kind in Syrien so eine Aussage trifft, hätte ich größtes Verständnis. Aber nicht für jemanden, der im Wohlstand Europas lebt, sich frei bewegen kann und alle Vorteile einer internationalen Vernetzung genießt.“ Für den 67-Jährigen werden mit solchen Aussagen jene Generationen in Bausch und Bogen beleidigt, die Österreich und Europa nach dem Krieg wieder aufgebaut hätten. Die „Greta-Mania“ kann der Wängler prinzipiell nicht verstehen. „Und nun hat sich bei dieser sektenartigen Ausbreitung auch noch der hiesige Klerus vollkommen einbinden lassen“, schüttelt er den Kopf. Er spielt auf Aussagen Dekan Neuners an, der bei der Reuttener Austria-for-Future-Demo erklärt hatte, dass „wir Alten die Zukunft idiotisch riskiert haben“.

„Ideen wie Luxussteuer auf Fleisch – da kann man sich doch nur noch an den Kopf greifen“, sagt der ehemalige Lebensmittelkaufmann und nunmehrige VP-Funktionär. Diese „Hysterie und Weltuntergangsphantasien“ sind seiner Meinung nach vollkommen überzogen. „Ich erinnere bitte an Waldsterben oder Ozonloch. Was ist passiert? Nichts.“

Wieder in den Bezirk „zurückgekehrt“, appelliert Müller, nur ja nicht die vom Land Tirol angedachte Fernpassmaut einzuführen. Man vergesse dabei die Wirtschaft im Außerfern, die einseitig belastet werde. Betriebe, die aus dem Bezirk liefern, seien betroffen, aber auch alle Produkte, die in den Bezirk angeliefert werden, würden teurer. „Weil Ehrenberg boomt und dort alle wegen der Highline so langsam fahren, muss nicht auf die mittelalterliche Idee, Wegezölle zu verlangen, zurückgegriffen werden. Eine Maut würde uns noch mehr von Innertirol ,ent/Fernen‘“, sagt Müller. (hm)