Letztes Update am Do, 26.09.2019 16:33

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


LGBTIQ

Homo- und transfeindliche Gewalt in Deutschland hat zugenommen

Im ersten Halbjahr 2019 wurden bereits 245 Fälle von Hasskriminalität gegen Mitglieder der LGBT-Gemeinschaft erfasst. Darunter waren 58 Gewaltdelikte.

(Symbolfoto)

© AFP(Symbolfoto)



Berlin – Die Anzahl homophober Gewalttaten in Deutschland hat deutlich zugenommen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die am Donnerstag in Berlin bekannt wurde.

Der Lesben- und Schwulenverband forderte „ein umfassendes Bund-Länder-Programm gegen homophobe und transfeindliche Gewalt“, das unter anderem mehr Präventionsmaßnahmen und eine konsequente Strafverfolgung umfassen müsse.

Der vom deutschen Innenministerium erstellten Antwort zufolge wurden im ersten Halbjahr 2019 bereits 245 Fälle von Hasskriminalität gegen die sexuelle Orientierung erfasst. Darunter seien 58 Gewaltdelikte gewesen. Im Gesamtjahr 2018 waren es demnach 351 Fälle von Hasskriminalität nach 313 Fällen im Jahr 2017. Darunter waren im vergangenen Jahr 97 Gewaltdelikte, 2017 waren es 74. Vorwiegend ging es dabei um Körperverletzungen.

Kritik an Bund und Ländern

„Der deutliche Anstieg in der Statistik zeigt, dass homophobe und transfeindliche Hasskriminalität zum Alltag gehören“, erklärte LSVD-Sprecher Helmut Metzner. Er kritisierte mangelnde Anstrengungen dagegen durch die Innenministerien von Bund und Ländern. Metzner verwies auch auf eine zunehmende Zahl von Angriffen auf Gedenkorte, wie das Denkmal für in der NS-Zeit verfolgte Homosexuelle in Berlin. Opferhilfe-Einrichtungen müssten ausreichend unterstützt werden. (APA/AFP)

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.