Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 30.09.2019


Bezirk Kufstein

Ein kräftiges Lebenszeichen der Tiroler Volkskultur in Kramsach

Goldenes Herbstwetter lockte wieder Tausende Besucher zum Kirchtag im Museum Tiroler Bauernhöfe in Kramsach.

Trachten und Uniformen prägten das Bild bei der Eröffnung des Kirchtags.

© OtterTrachten und Uniformen prägten das Bild bei der Eröffnung des Kirchtags.



Von Wolfgang Otter

Kramsach – 1809 waren die Franzosen in Tirol nicht willkommen, 210 Jahre später schaut das anders aus. Französisch ist die beherrschende Sprache zwischen den historischen Bauernhäusern in Kramsach. Tausende Gäste aus Frankreich erkunden das Gelände des Museums Tiroler Bauernhöfe. Vorgestern besuchten sie den Almabtrieb in der Region, gestern die alten Gebäude. Tiroler Kultur von einst als Aufhänger für die Busfahrt in die Berge.

Die Eröffnung des Kirchtags im Museumsgelände erfolgt wieder in mehreren Sprachen, aber am lautesten kommt die Antwort auf das „Bonjour“. Ebenfalls schon fast traditionell ist der Besuch einer Delegation aus der Kramsacher Partnerstadt Azumino in Japan.

Die Sturmlöda aus der Wildschönau beim Einmarsch.
Die Sturmlöda aus der Wildschönau beim Einmarsch.
- Otter

An die 3000 Besucher und damit gut ein Drittel der erwarteten Kirchtagsgäste von 9000 bis 10.000 entfallen auf Busreisende aus Frankreich. Ab Mittag ist wieder der Tiroler Dialekt die beherrschende Sprache. Und das ist den Verantwortlichen nur recht. Das Museum baut vor allem auf die heimische Bevölkerung. Auch bei der Abhaltung des „Höhepunktes des Jahres“, wie Geschäftsführer Hubert Unterrainer den Kirchtag bezeichnet. An die 500 Ehrenamtliche helfen mit, wie Kustos Thomas Bertagnolli verrät. Ohne sie ginge es nicht, „ohne Idealisten wäre es nicht möglich, ein Stück Tiroler Kultur zu erhalten“, sagt Bertagnolli. Diese Ehrenamtlichen und Handwerker beleben das Museum an diesem „goldenen Herbsttag“. Vom Schmieden bis zum Töpfern, der Herstellung von Zaunringen, Fässern und Körben bis hin zum traditionellen Federkielsticken reicht das dargebotene Traditionshandwerk. Seit dem ersten Kirchtag mit dabei sind auch die Angather Alphornbläser, die wieder den Gottesdienst zur Eröffnung musikalisch umrahmten. „Am Anfang waren nur 150 Besucher“, erinnert sich Manfred Wimpissinger. Für ihn und seine Musikkollegen ist es „Ehrensache, bereits zum 43. Mal mit dabei zu sein“.

Auch aus Japan kam Besuch.
Auch aus Japan kam Besuch.
- Otter

Der Verein unter Obmann Hans Knoll blickt auf ein durchwachsenes Jahr zurück, wie der Geschäftsführer Hubert Unterrainer erzählt. Die Hitzemonate drückten die Besucherzahlen, „aber an die 60.0000 Gäste werden es schon werden“, schätzt er. Das Museum hat bis 31. Oktober geöffnet.




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