Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 30.09.2019


Exklusiv

Übermalt, beklebt, besprüht: Die Leiden der Grüß Göttin

Seit das umstrittene Schild am Kreisverkehr Innsbruck Mitte steht, wird es regelmäßig übermalt, beklebt, besprüht, beschädigt. Manchmal als künstlerische Weiterentwicklung. Manchmal aus Zerstörungswut.

Künstlerin Ursula Beiler (l.) bringt mit Hilfe ihrer Schwester das "Grüß Göttin"-Schild am Kreisverkehr Innsbruck Mitte wieder in Ordnung – auf eigene Kosten.

© DaumKünstlerin Ursula Beiler (l.) bringt mit Hilfe ihrer Schwester das "Grüß Göttin"-Schild am Kreisverkehr Innsbruck Mitte wieder in Ordnung – auf eigene Kosten.



Von Denise Daum

Innsbruck – „So a Schei...“, tönt es aus einem silbernen Auto. Der Lenker wechselt extra die Spur im Kreisverkehr, um den um das Schild stehenden Frauen seine Meinung zu dem Schriftzug mitzuteilen. Eine der Frauen ist die Künstlerin Ursula Beiler, die Mutter der Göttin. Sie zuckt mit den Schultern. „Das berührt mich nicht“, sagt sie. Die andere Frau ist ihre Schwester Claudia Beiler. Die scheint die Schimpferei mehr aufzuregen. Sie verdreht genervt die Augen. Die beiden sind um die Mittagszeit mit Bohrmaschine, Chemikalien und Putzmittel angerückt, um das Kunstwerk wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu bringen. Wieder einmal.

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