Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 29.09.2019


Tirol

Mitarbeiter als Freiwillige: Firmen werden nun entschädigt

Mit 200 Euro am Tag werden künftig alle Firmen unterstützt, die freiwillige Mitglieder von Einsatzorganisationen u. a. in Tirol freistellen.

Freiwillige im Hochwassereinsatz in Kössen. Allein die Freiwillige Feuerwehr hat als Tirols größte Einsatzorganisation rund 30.000 Mitglieder.

© Land TirolFreiwillige im Hochwassereinsatz in Kössen. Allein die Freiwillige Feuerwehr hat als Tirols größte Einsatzorganisation rund 30.000 Mitglieder.



Von Brigitte Warenski

Innsbruck, Wien – Sturm- und Hochwasser im Oktober 2018 in Osttirol, im Jänner 2019 eine extreme Schneesituation in ganz Österreich und im Juni erneut Hochwasser in Tirol, bedingt aus später Schneeschmelze und gewitterbedingten Niederschlägen.

Immer wieder wird den freiwilligen Einsatzkräften – Freiwillige Feuerwehr, Rettungsorganisationen, Bergrettung, Höhlenrettung und Wasserrettung – bei ihren oft wochenlangen Einsätzen Enormes abverlangt. Dämme werden gebaut, die eingeschlossene Bevölkerung versorgt oder evakuiert, Dächer von der Schneelast befreit, Lawineneinsätze abgewickelt und Straßen freigelegt. Das hieß auf der anderen Seite für viele Arbeitgeber, dass sie in dieser Zeit auf ihre Mitarbeiter verzichten mussten. Seit Langem hatte daher der Österreichische Bundesfeuerwehrverband ein bundesweit einheitliches Bonussystem gefordert, das alle Arbeitgeber finanziell unterstützt.

Im Juli hatte der Nationalrat die Änderung des Katastrophenfondsgesetzes beschlossen, was nun zu einigen arbeitsrechtlichen Neubestimmungen führt und unter anderem auch die finanzielle Entschädigung regelt. Ab Jänner 2020 erhalten alle Unternehmen in Österreich, die Arbeitnehmer für Hilfseinsätze freistellen, einen Bonus von 200 Euro am Tag. Dieser finanzielle Zuschuss kann rückwirkend für Einsätze ab Anfang September 2019 geltend gemacht werden. Da die Gesetzesänderung nicht kleine Einsätze im Fokus hatte, gilt der Zuschuss nur bei Großschäden, bei denen mindestens 100 Leute mindestens acht Stunden im Einsatz sind. Auch wenn dieser Einsatz über Wochen geht, wird der Zuschuss gewährt, denn er sieht keine zeitliche Limitierung vor.

Das Land Tirol hält sich zu den Details zwar noch bedeckt, bestätigt aber die Neuregelung. „Bei Großschäden und dem folgenden freiwilligen Einsatz von Mitarbeitern eines Unternehmens im Rahmen ihrer Mitgliedschaft bei einer anerkannten Einsatzorganisation wird künftig den Dienstgebern von Seiten der Länder ein finanzieller Zuschuss aus Mitteln des Katastrophenfonds gewährt“, bestätigt Bettina Sax von der Pressestelle des Landes Tirol.

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Und auch für die Freiwilligen selbst gibt es Verbesserungen: Sie müssen keinen Urlaub nehmen, sondern haben Anspruch auf Fortzahlung des Entgelts, wenn das Ausmaß und die Lage der Dienstfreistellung mit dem Dienstgeber vorher vereinbart wurde.