Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 01.10.2019


Osttirol

Übung in Osttirol: Gerüstet sein für den Hochwasser-Ernstfall

Drei Tage lang trainieren über 100 Einsatzkräfte in einer Landeskatastrophenübung in Osttirol ihre Schlagkraft bei einem Hochwasserereignis.

Beim Hochwasser in Kössen im Jahr 2013 mussten die Wasserretter mit Booten ins Überschwemmungsgebiet ausrücken.

© Wasserrettung KufsteinBeim Hochwasser in Kössen im Jahr 2013 mussten die Wasserretter mit Booten ins Überschwemmungsgebiet ausrücken.



Von Christoph Blassnig

Lienz – Das Hochwasser im Jahr 2013 in Kössen, jenes im Vorjahr im Bezirk Lienz sowie die gefährliche Entwicklung am Inn im Juni 2019 zeigen, in welcher Häufigkeit Hochwasser auch im Bundesland Tirol auftreten. Die Wasserrettung Tirol verfügt über Spezialisten für solche Notfälle.

Vom Freitag, 4. Oktober, bis zum Sonntag, 6. Oktober, findet in Osttirol eine Landeskatastrophenübung mit dem Landeswasserrettungszug (LWRZ) der Österreichischen Wasserrettung Landesverband Tirol statt. Über den Zeitraum von drei Tagen trainieren über 100 Einsatzkräfte unterschiedlichste Szenarien im Zusammenhang mit Evakuierungen in überschwemmten Gebieten. Es geht dabei um das Suchen, Retten und Bergen von Personen aus verschiedensten Flüssen, Seen und Canyons mithilfe von speziellen Booten und Gerätschaften. Auch ein Tauchroboter (ROV – Remotely Operated Vehicle) aus Innsbruck sowie ein Hubschrauber unterstützen die Wasserretter bei ihren Einsätzen.

Die Übung leitet Manfred Schorn. „Wir ziehen unsere Einsatzkräfte aus ganz Tirol zusammen. Der Wasserrettungszug besteht aus standardisierten Einheiten, die in jedem Bundesland eingerichtet sind.“ Weder den Standort des Übungs-Basislagers noch einzelne Einsatzorte und -zeiten gibt die Wasserrettung vorher bekannt, um die Übung realistisch zu gestalten. „Unsere Mannschaften arbeiten auch in der Nacht, es wird für sie ein intensives 48-Stunden-Programm.“ Die einzelnen Szenarien werden nicht abgesperrt. Aus sicherer Entfernung können Interessierte also die Bergungsmaßnahmen verfolgen, wenn sie zufällig darauf aufmerksam werden. „Die Wasserrettung Osttirol unterstützt die Landesübung darstellerisch und organisatorisch“, erklärt Obmann Franz Striemitzer.