Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 01.10.2019


Tirol

Master für Lehrer startet an der Pädagogischen Hochschule Tirol

Über 100 Studierende, weit mehr als erwartet, beginnen mit der neuen Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule Tirol.

Rektor Thomas Schöpf (rechts, stehend) begrüßte gestern die neuen Studenten der Pädagogischen Hochschule Tirol.

© PHTRektor Thomas Schöpf (rechts, stehend) begrüßte gestern die neuen Studenten der Pädagogischen Hochschule Tirol.



Von Benedikt Mair

Innsbruck – Thomas Schöpf steht im großen Saal von Schloss Mentlberg und stellt die Frage aller Fragen: „Warum wollt ihr Lehrer werden, obwohl die Ausbildung jetzt ja länger dauert?“ Ein junger Mann hebt die Hand und antwortet dem Rektor der Pädagogischen Hochschule Tirol (PHT): „Wer einen Beruf wirklich ausüben will, dem ist es eigentlich egal, wie lang er dafür studieren muss.“

Anspielen will Schöpf, der gestern, einen Tag vor Beginn des Semesters, alle Studienanfänger zu einer Auftaktveranstaltung lud, aber auf etwas anderes. „Ab jetzt ist das, was ihr macht, keine Schmalspurausbildung mehr, sondern ein vollwertiges Studium. Ein akademischer Grad, damit könnt ihr auch ein Doktoratsstudium beginnen.“

Mit heute startet an der PHT erstmals ein Masterstudiengang für Lehrer an Volks- und Berufsschulen. Über 100 Frauen und Männer nehmen diesen in Angriff – weit mehr, als erwartet wurden, und viel mehr als in anderen Bundesländern – in Salzburg sind es nur etwas über 20. Die akademische Ausbildung der Lehrer trage auch zu einer „höheren Anerkennung in der Gesellschaft bei“, befindet Schöpf. Und auch innerhalb der Lehrerschaft würden sich die Gräben zwischen Primarstufen- und beispielsweise Gymnasiallehrern schließen. „Vorher fühlten sich die einen den anderen oft unterlegen.“ Der Masterstudiengang kann in Vollzeit (zwei Semester) oder Teilzeit (berufsbegleitend, drei Semester) absolviert werden.

Bachelor- und Master-Studien zusammengerechnet, starten heute mehr als 450 Erstsemestrige an der PHT, insgesamt hat die Hochschule über 1000 Studierende in der Ausbildung – hinzu kommen Tausende Fort- und Weiterbildungskurse pro Jahr. „Mehr Studenten können wir im nächsten Jahr nicht mehr aufnehmen“, meint Rektor Schöpf. Denn: Die Räumlichkeiten am Mentlberg und 16 anderen Standorten platzen aus allen Nähten. Der neue Campus in der Pastorstraße wird erst in rund anderthalb Jahren bezogen werden können. „Bis der neue Bau fertig ist, haben wir unsere Kapazitätsgrenze absolut erreicht.“