Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 03.10.2019


Bezirk Landeck

Landecker Bürgerschule steuert auf 100-Jahr-Jubiläum zu

Landecks NMS Clemens Holzmeister wurde am 4. Oktober 1920 in einer Baracke eröffnet. Für Festakt werden alte Fotos und Zeitzeugen gesucht.

An der einstigen Landecker „Ausleseschule“ – heute NMS Clemens Holzmeister – werden derzeit 158 Schüler in neun Klassen unterrichtet. Im Jubiläumsjahr 2020 sind laut BM Jörg bauliche Adaptierungen geplant.

© WenzelAn der einstigen Landecker „Ausleseschule“ – heute NMS Clemens Holzmeister – werden derzeit 158 Schüler in neun Klassen unterrichtet. Im Jubiläumsjahr 2020 sind laut BM Jörg bauliche Adaptierungen geplant.



Von Helmut Wenzel

Landeck – Drei Jahre bevor die Marktgemeinde Landeck 1923 zur Stadt erhoben wurde, ist in Angedair eine bis heute bedeutende Bildungseinrichtung aus der Taufe gehoben worden: Der 4. Oktober 1920 gilt als Gründungsdatum der Bürgerschule für Knaben und Mädchen. 66 Buben und 85 Mädchen besuchten 1920/21 die neue „höhere“ Schule, die keine Pflichtschule, sondern eine „Ausleseschule für besser begabte Volksschüler ab der 5. Schulstufe war“, wie Hedwig Stadlwieser 1998 im Landecker Stadtbuch schrieb.

Das Gründungsjahr 1920 ist für Schuldirektor Helmut Pauli der Anlass, schon jetzt mit den Vorbereitungen zur 100-Jahr-Jubiläumsfeier zu beginnen, die für Juni 2020 geplant ist. „Ein paar alte Fotos haben wir schon aus der Schulchronik“, so Pauli. „Aber wir würden noch mehr davon brauchen, etwa Klassenfotos, Bilder von Schulveranstaltungen und vom Volksbad, das bis in die 70er-Jahre in der Schule existierte.“ Zudem sucht das Organisationsteam Zeitzeugen bzw. ehemalige Schüler, die Geschichten erzählen können. Auch ein „Chor der Generationen“ ist geplant. Dazu sollten sich Sängerinnen und Sänger melden – unter Tel. 05442/624481 oder per E-Mail direktion@nms-landeck.tsn.at.

Eröffnungs- und Segnungsfeier vor dem Schulhaus war am 30. September 1928.
Eröffnungs- und Segnungsfeier vor dem Schulhaus war am 30. September 1928.
- Archiv Stadtgemeinde Landeck

Als der damalige Land­ecker Bürgermeister Josef Alois Probst das Projekt Bürgerschule vorantrieb, sollen sich die Landecker an den Kopf gegriffen haben. Stadlwieser fasste die Reaktionen so zusammen: „Wahnsinn, wozu braucht der kleine Markt Land­eck noch eine Bürgerschule, wenn man ja schon eine Volksschule hat.“ Begabte Schüler sollten weiterhin „auswärts“ in die Schule geschickt werden. 1919 ließ Probst die im Krieg errichteten Spitalsbaracken in der Kreuzbühelgasse zu Schulklassen umbauen. Ein Neubau war (noch) zu teuer, laut Kostenvoranschlag hätte die Marktgemeinde drei Mio. Kronen budgetieren müssen. Eine Krone von damals entsprach dem Wert von fünf Euro. Schließlich konnte sich die junge Stadtgemeinde mit BM Josef Hamerl ab 1923 doch zum Neubau am heutigen Standort durchringen. Die Bürgerschule, dann Hauptschule und heute NMS entstand nach Plänen von Architekt Clemens Holzmeister..

Was damals modern und schön war, entspricht freilich längst nicht mehr heutigen Standards. „Zum Jubiläum würden wir uns für die nächsten 100 Jahre eine rundum erneuerte und generalsanierte Schule wünschen“, sagte Direktor Pauli im TT-Gespräch. Die Größenordnung der Kosten könnte bei mehr als sieben Mio. Euro liegen – so viel hatte die 2018 abgeschlossene Sanierung der Volksschule Landeck-Angedair gekostet.

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Überlegungen dazu gebe es „in jede Richtung“, sagte BM Wolfgang Jörg am Mittwoch. „Nächstes Jahr sind zum Beispiel Adaptierungen beim Physikraum geplant. Beim Liftanbau vor zwei Jahren haben wir gesehen, wie sensibel man mit diesem Gebäude umzugehen hat.“ Sanierungsprojekte an der NMS Clemens Holzmeister seien „immer auch eine Frage der finanziellen Möglichkeiten“, so Jörg. „Darüber hinaus freue ich mich auf das Jubiläum.“