Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 03.10.2019


Innsbruck-Land

Neueröffnung: Historische Wasserräder in Hall als neue Attraktion

Ein populäres Fotomotiv waren die zwei gewaltigen Wasserräder vor der Haller Burg Hasegg (je 5,5 Meter Durchmesser) schon seit Wochen.

Vor der neuen, alten Antriebsanlage: v. l. Mastermind Werner Nuding, Christian Holzknecht (Hall AG), BM Eva Posch, LR Hannes Tratter, GF Martin Friede (TVB Hall-Wattens) und Stadtarchäologe Alexander Zanesco.

© DomanigVor der neuen, alten Antriebsanlage: v. l. Mastermind Werner Nuding, Christian Holzknecht (Hall AG), BM Eva Posch, LR Hannes Tratter, GF Martin Friede (TVB Hall-Wattens) und Stadtarchäologe Alexander Zanesco.



Hall – Ein populäres Fotomotiv waren die zwei gewaltigen Wasserräder vor der Haller Burg Hasegg (je 5,5 Meter Durchmesser) schon seit Wochen. Gestern wurde die Rekonstruktion des historischen Wasserantriebs der Münze Hall nun feierlich eröffnet.

Treibende Kraft hinter der neuen Attraktion war Werner Nuding, Vizebürgermeister, Obmann des TVB Hall-Wattens – und gelernter Drechsler. Schon vor Jahren hatte er den voll funktionstüchtigen Nachbau einer Walzenprägemaschine konstruiert, der im Münzmuseum steht. Auch die Antriebsanlage hat Nuding (gemeinsam mit Architekt Benedikt Gratl) ausgetüftelt und in zahllosen Arbeitsstunden eigenhändig gebaut. Wobei sich die Wasserräder exakt am historischen Standort drehen: Bei Grabungen unter Stadtarchäologe Alexander Zanesco wurden hier hölzerne Fundamente jener hydraulischen Anlage entdeckt, mit der ab 1571 die große Walzenprägemaschine der Münze angetrieben wurde. Das Wasser des Amtsbachs wurde zunächst über ein hölzernes Aquädukt geführt, ab 1608 dann über einen Kanal am Boden – genau daran orientierte sich Nuding bei seiner Rekonstruktion.

Die Wasserräder sollen nun die Aufmerksamkeit auf das Innere des Münzmuseums und die international bedeutende Haller Münzgeschichte lenken, hofft BM Eva Posch, die – ebenso wie LR Hannes Tratter – voll des Lobes für Nudings Einsatz war.

Die Gesamtkosten für die Anlage samt Kanal, Sitzbänken und Gartenanlage betragen rund 160.000 Euro, wobei Mittel aus dem Tourismusförderungsfonds des Landes flossen. Die Stadt stellte dem TVB den Grund zur Verfügung, die Hall AG übernimmt die laufende Instandhaltung.

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Laut Nuding könnten die archäologischen Funde in Verbindung mit der jetzigen Rekonstruktion eine Grundlage sein, doch noch einmal über die – 2015 zurückgezogene – Bewerbung von Münze und Altstadt Hall als Unesco-Welterbe nachzudenken. (md)