Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 05.10.2019


Tirol

Weltlehrertag: Lehrer ringen um mehr Anerkennung

Anlässlich des Weltlehrertages unterstreichen heute auch Tirols Lehrpersonen den Stellenwert ihres Berufes in der Gesellschaft.

(Symbolfoto)

© APA(Symbolfoto)



Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck – Für Lehrerinnen und Lehrer auf der ganzen Welt ist heute ein besonderer Tag – immerhin wurde 1994 der 5. Oktober von der Unesco zum Welttag der Lehrerin und des Lehrers erklärt. Er soll an die bedeutende Rolle der Lehrer für qualitativ hochwertige Bildung erinnern, auf deren verantwortungsvolle Aufgaben aufmerksam machen und das Ansehen der Lehrer steigern.

Letzteres hat in den vergangenen Jahrzehnten eine wechselhafte Geschichte erlebt, wie Peter Spanblöchl, Vorsitzender der Tiroler Gewerkschaft für Pflichtschullehrer, weiß. „Auffällig ist, dass sich die öffentliche Meinung über Lehrer von jener der Eltern oft unterscheidet“, erklärt er. So sei die Einstellung von Eltern meist sehr positiv, während in der öffentlichen Diskussion oft Faktoren wie strukturelle Probleme oder ein vermeintlich „teures Schulsystem“ mit dem Lehrerberuf verknüpft würden. Dazu komme außerdem eine Neiddebatte – etwa wenn es um die Dauer der Ferien geht. Aber auch sonst habe sich das Bild des Lehrers stark gewandelt. „Vieles ist heute nicht mehr so hierarchisch und der Lehrer ist mehr zu einem Lernbegleiter geworden“, erklärt Spanblöchl. Auch gebe es oft Standorte, in denen der Lehrer mehr Sozialarbeiter ist, das treffe aber für Tirol eher weniger zu. „Tirols Lehrerinnen und Lehrer geben Kindern allerdings oft auch unter schwierigen Bedingungen Perspektiven und Chancen. Eine gute Lehrperson sagt einem Kind, wohin es schauen soll, sagt ihm aber nicht, was es sehen soll.“

In Tirol gibt es laut Zahlen der Bildungsdirektion rund 11.100 Lehrerinnen und Lehrer, knapp zwei Drittel (7251) von ihnen unterrichten Kinder im Pflichtschulbereich. Bildungsdirektor Paul Gappmaier unterstreicht anlässlich des Weltlehrertages die verantwortungsvolle Aufgabe der Lehrer für die Gesellschaft: „Weil sie durch das Vermitteln von Bildung an unsere Kinder und Jugendlichen für deren Zukunft eine unverzichtbare Leistung erbringen. Dies sollte in der Öffentlichkeit mehr Anerkennung finden. Der weitaus überwiegende Teil der Lehrerinnen und Lehrer leistet hervorragende Arbeit, wofür ich ihnen einen aufrichtigen Dank ausspreche.“