Letztes Update am Fr, 04.10.2019 18:03

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wien

Kebap-Verkäufer behandelte Vater schlecht, Söhne rächten ihn: Prozess

Als der Vater mit einem blauen Auge nach Hause kam, begab sich das Trio zu dem Kepab-Stand und verprügelten den Inhaber. Er erlitt einen Nasenbeinbruch. Die drei Brüder waren umfassend geständig und wurden rechtskräftig verurteilt.

(Symbolbild)

© imago / deutzmann.net(Symbolbild)



Wien – Weil ihr Vater in einem Kebap-Geschäft schlecht behandelt wurde, wollten seine drei Söhne es dem Verkäufer heimzahlen. „Wir wollten den Papa rächen“, gab der Älteste am Freitag am Wiener Landesgericht zu, wo sich das Trio wegen schwerer Körperverletzung zu verantworten hatte.

Der Vater hatte sich Mitte Juni in dem Geschäft geärgert, weil der Verkäufer vor ihm einen anderen Kunden bediente, obwohl sich dieser hinter ihm angestellt hatte. Der Vater zettelte deswegen einen Streit an, der in eine Handgreiflichkeit ausartete. Letzten Endes bezog der Stänkerer vom Kebap-Verkäufer ein blaues Auge.

„Das war keine gute Idee“

Als der in Mitleidenschaft gezogene türkisch-stämmige Mann in diesem Zustand nach Hause kam, fertigte seine Ehefrau mit ihrem Handy sogleich ein Foto des Leichtverletzten an. Dieses leitete sie per WhatsApp an ihre Söhne weiter. Darauf verabredeten sich die 31, 26 und 18 Jahre alten Männer vor dem Kebap-Geschäft in Wien-Brigittenau. „Wir haben ihn aufgefordert rauszukommen, um das zu klären. Er wollte nicht. Da sind wir rein“, schilderte der 26-Jährige Richterin Anna Marchart.

Der Jüngste hielt den Verkäufer fest, die beiden anderen prügelten auf diesen ein. „Das war keine gute Idee“, meinte der 31-Jährige nun kleinlaut. Das von Verteidiger Nikolaus Rast vertretene Trio, das dem Mann die Nase gebrochen hatte, war umfassend geständig. Der 31-Jährige erhielt am Ende 15 Monate bedingt, der 26-Jährige zehn Monate auf Bewährung. Der Jüngste kam mit einer Diversion davon, wobei eine zweijährige Probezeit festgelegt wurde. Allen Dreien wurde zudem die Weisung erteilt, sich einem Anti-Aggressionstraining zu unterziehen. Die Urteile bzw. die diversionelle Erledigung sind rechtskräftig. (APA)




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