Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 07.10.2019


Innsbruck-Land

Botschafter im Zeichen des Friedens

Ingeborg Freudenthaler und Raimund Margreiter wurden zu neuen „Botschaftern der Friedensglocke“ ernannt.

Raimund Margreiter (3. v. l.) und Ingeborg Freudenthaler (3. v. r.) freuten sich über symbolische Friedensglocken und die Glückwünsche von (v. l.) BM Christian Härting, Herbert T. Maier, BM Johanna Obojes-Rubatscher und Josef Federspiel.

© DomanigRaimund Margreiter (3. v. l.) und Ingeborg Freudenthaler (3. v. r.) freuten sich über symbolische Friedensglocken und die Glückwünsche von (v. l.) BM Christian Härting, Herbert T. Maier, BM Johanna Obojes-Rubatscher und Josef Federspiel.



Von Michael Domanig

Telfs – Sie ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Tiroler Oberland: Im malerischen Mösern hoch über Telfs läutet die mehr als zehn Tonnen schwere „Friedensglocke des Alpenraumes“ täglich um 17 Uhr für gute Nachbarschaft in den Alpenländern.

Seit 1998 werden „Botschafter der Friedensglocke“ ernannt: Menschen, die durch ihr Wirken Grenzen überschreiten, die zur Entfaltung von Kultur, Wirtschaft und Politik Wesentliches beigetragen haben. Gestern lud der Verein „Freunde der Friedensglocke des Alpenraums“ unter Obmann Josef Federspiel zum großen Festakt ins Restaurant Alt-Mösern, um bereits die Botschafter Nummer 52 und 53 zu ehren – Unternehmerin Ingeborg Freudenthaler und den bekannten Chirurgen Raimund Margreiter.

BM Christian Härting erinnerte daran, dass die Glocke 1997 aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der „Arbeitsgemeinschaft Alpenländer“ errichtet wurde. Die Gründungssitzung der Arge Alp hatte 1972 in Mösern stattgefunden. „Politiker wie Eduard Wallnöfer und Silvius Magnago haben seinerzeit das Verbindende über das Trennende gestellt, über damals viel starrere Grenzen hinweg. Davon könnten sich manche Politiker heute etwas abschauen.“

Die gewaltige Friedensglocke, gegossen von der Firma Grassmayr, erklingt täglich um 17 Uhr.
Die gewaltige Friedensglocke, gegossen von der Firma Grassmayr, erklingt täglich um 17 Uhr.
- Domanig

Die Laudatio auf Ingeborg Freudenthaler hielt die Oberperfer Bürgermeisterin Johanna Obojes-Rubatscher: Schon in gemeinsamen Kindertagen habe sich Freudenthaler als „führungsstark“ erwiesen, erzählte sie lächelnd. Und auch danach habe sie sich stets „mit aller Kraft und dem Blick nach vorn“ eingesetzt – bei der Expansion der Firma ebenso wie im sozialen Bereich: Hier trat und tritt Freudenthaler durch die Unterstützung des Obdachlosenprojekts „Vinzibus“ ebenso in Erscheinung wie als Gründerin und Obfrau des Vereins „Lichtblicke – Demenzhilfe Tirol“. Nach der Erkrankung ihres Vaters sei es ihr darum gegangen, das Thema Demenz zu enttabuisieren und Aufklärung zu leisten.

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Ebenfalls zum Botschafter ernannt wurde Prof. Raimund Margreiter, Pionier der Transplantationsmedizin. Dieser habe Innsbruck „mit viel Mut und gegen zahlreiche Widerstände“ zu einem international angesehenen Zentrum der Transplantationsmedizin gemacht, betonte Laudator Herbert T. Maier, einst selbst ein Student Margreiters. Bis heute sei Margreiter der weltweit einzige Chirurg, der alle Organe erfolgreich transplantiert habe. Doch auch als hervorragender Berg- und Skisportler sowie als begeisterter Paddler habe Margreiter „Grenzen ausgelotet“.

Die zwei neuen Friedensbotschafter reihen sich in eine prominente Liste ein, die von Paul Flora über Peter Habeler, Kardinal König, Brigitte Fassbaender, Julia Gschnitzer, Erwin Kräutler oder Sepp Forcher bis Toni Innauer reicht.

Auch dem gestrigen Festakt wohnten neben Abt German Erd (Stift Stams) und vielen politischen Vertretern einige „Botschafter“ bei, darunter Hans Lindenberger oder Anneliese und Günther Stecher.