Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 07.10.2019


Osttirol

Feld: Seltene Rassen wurden gefeiert

Am Archehof von Lois Steiner fand ein Fest mit Tiersegnung, das sich um die Erhaltung seltener Haus- und Nutztierrassen drehte.

Die kleine Mattea mit Mama Desiree Steiner vom Bethuberhof auf ihrem Zwergesel "Don Quichotte".

© OblasserDie kleine Mattea mit Mama Desiree Steiner vom Bethuberhof auf ihrem Zwergesel "Don Quichotte".



Von Catharina Oblasser

Feld/Matrei – Am Archehof von Lois Steiner in Feld, Gemeinde Matrei, wurde am Sonntag gemuht, geblökt, gewiehert, gemeckert und gegackert. Anlass war ein Fest mit Tiersegnung, das sich um die Erhaltung seltener Haus- und Nutztierrassen drehte.

Die Archehöfe, die es in ganz Österreich und auch in Deutschland gibt, widmen sich dem Schutz und der Zucht von Tierrassen, die vom Aussterben bedroht sind, weil sie nicht mehr in die teils hochindustrielle Landwirtschaft passen. Lois Steiner kümmert sich auf seinem Archehof um den Erhalt von Rindern wie den Pinzgauern und Pustertaler Sprinzen und Pferden wie den Norikern und dem alt-ungarischen Nonius.

Neben Steiners Tieren waren beim Fest rund 30 weitere seltene Tierrassen anzutreffen: Geflügel, Rinder, Pferde, Kaninchen, Esel, Schafe und Ziegen, und sie kommen nicht nur aus Osttirol. „Wir haben 30 bis 40 Aussteller hier, darunter solche aus Zell am See, Mittersill oder aus dem Kärntner Mölltal“, informieren Manfred Riepler und Karin Staller von der Jungbauernschaft/Landjugend Huben, welche die Veranstaltung organisieren. „Mit diesem Fest soll die Erhaltung von aussterbenden Tierrassen gefördert werden“, begründen Riepler und Staller.

Die Waliser Schwarznasenschafe wurden von Diakon Guillermo Vargas Diaz und seinen Helfern gesegnet.
Die Waliser Schwarznasenschafe wurden von Diakon Guillermo Vargas Diaz und seinen Helfern gesegnet.
- Oblasser

Die Waliser Schwarznasen-Schafe, die der Jungbauern-Obmann mitgebracht hat, sind zwar nicht vom Aussterben bedroht, wirken mit ihrem langen Zottelfell aber als Blickfang und werden ausgiebig bewundert. Genauso beliebt sind die „Blobe Goaß“ von Fredi Resinger aus Virgen, der 22 Stück davon zu Hause hat. Zwergesel „Don Quichotte“ vom Matreier Bethuber-Hof begeistert mit seinem weichen grauen Fell nicht nur die Töchter der Besitzerfamilie Steiner, sondern auch viele andere Kinder.

Mit Ruhe und Geduld nahm der Matreier Diakon Guillermo Vargas Diaz die Tiersegnung vor. Er besprengte nicht nur die Nutztiere, sondern auch die Hunde, die die Besucher mitgebracht hatten, mit Weihwasser. Es dürfe keine Lieblosigkeit gegenüber Gottes Schöpfung geben, mahnte der Diakon in seiner kurzen Predigt zur Tierliebe und zur Verantwortung.

Eine Abordnung des Reitstalls Matrei war bei dem Hoffest in Matrei-Feld ebenfalls mit dabei.
Eine Abordnung des Reitstalls Matrei war bei dem Hoffest in Matrei-Feld ebenfalls mit dabei.
- Oblasser