Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 08.10.2019


Osttirol

Start mit Wasser und Kaffee: Lienz wird Fairtrade-Stadt

Mineralwasser aus Osttirol und fair gehandelter Kaffee sind der Anfang für Lienz als Fairtrade-Stadt. Die Urkunde kommt am Freitag.

Gemeinsame Bemühungen um gerechteres Wirtschaften: Andrea Pribil und Maria Kraler vom Verein Trikont-Weltladen, Gabi Schwab, Direktorin der Fairtrade-Schule NMS Egger-Lienz, die Lienzer Umweltausschuss-Obfrau Gerlinde Kieberl und Elisabeth Blanik (v.l.).

© OblasserGemeinsame Bemühungen um gerechteres Wirtschaften: Andrea Pribil und Maria Kraler vom Verein Trikont-Weltladen, Gabi Schwab, Direktorin der Fairtrade-Schule NMS Egger-Lienz, die Lienzer Umweltausschuss-Obfrau Gerlinde Kieberl und Elisabeth Blanik (v.l.).



Von Catharina Oblasser

Lienz – Am 11. Oktober ist es so weit: Bei einem Festakt auf dem Hauptplatz wird die Stadt Lienz offiziell in die Runde der österreichischen Fairtrade-Gemeinden aufgenommen. In Tirol ist Lienz nach Schwaz und Wörgl die dritte Gemeinde, die dieses Siegel trägt.

Was das im Detail bedeutet, schildern Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, Gemeinderätin Gerlinde Kieberl, Maria Kraler und Andrea Pribil vom Verein Trikont-Weltladen sowie Gabi Schwab, Direktorin der Fairtrade-Mittelschule Egger-Lienz. Es gilt der Grundsatz, auf regionale Lebensmittel und Waren zurückzugreifen, die über kurze Strecken geliefert werden können. „Und was nicht bei uns angebaut wird, soll aus Fairtrade-Handel kommen“, schildert Kieberl.

Ein einprägsames Beispiel dafür ist der Kaffee, der in der Liebburg getrunken wird. Er stammt aus Fairtrade-Anbau. „Er schmeckt eine Nuance anders, aber sehr gut“, fügt die Bürgermeisterin hinzu. Beim Mineralwasser ist man auf eine Marke umgestiegen, die aus dem Defereggental stammt. Auch bei Zucker, Schokolade und Orangensaft setzen die Stadt und ihre Abteilungen wie Schloss Bruck oder die Stadtkultur weitgehend auf regionale oder fair gehandelte Produkte.

Solche ersten Schritte sind Voraussetzung, um sich für das Fairtrade-Siegel bewerben zu können, sagt Maria Kraler. „Alle zwei Jahre überprüft Fairtrade Österreich, ob die Voraussetzungen für das Gütesiegel noch vorhanden sind.“

„Wichtig ist die Bewusstseinsbildung, und die fängt in der Schule an“, betont Direktorin Gabi Schwab. Die Neue Mittelschule Egger-Lienz engagiert sich seit 2015 für fairen Handel, die Schülerinnen und Schüler haben das Thema in zahlreichen Projekten behandelt. 2018 gewann die Schule den ersten Platz bei den österreichischen Fairtrade-Awards.

Rund um die Verleihung des Fairtrade-Siegels an die Stadt Lienz findet am 11. Oktober ein Aktionstag statt. Er beginnt mit einem Sternmarsch Richtung Hauptplatz ab 17 Uhr, nach dem Festakt gibt es eine Modeschau und ein Buffet – beides passend zum Fairtrade-Gedanken.

Wer sich näher mit dem Thema befassen will, hat noch bis 11. Oktober Gelegenheit dazu. Im Stadtlabor (Eingang neben der Liebburg) werden täglich ab 14 Uhr Fairtrade-Produkte ausgestellt, fachkundige Expertinnen stehen für Fragen und Auskünfte zur Verfügung.