Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 10.10.2019


Tirol

Positive Resonanz für Suizidprävention an zehn Tiroler Schulen

Selbstmord ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsen im Alter von 15 bis 24 Jahren die zweithäufigste Todesursache. 550 junge Tirolerinnen und Tiroler wurden in Workshops für das Thema sensibilisiert.

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Innsbruck – Der heutige Welttag der psychischen Gesundheit ist dem schwierigen und oft tabuisierten Thema Selbstmord gewidmet. Besonders Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 24 Jahren, bei denen Suizid die zweithäufigste Todesursache ist, würden oft vergessen, mahnt der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) in einer Aussendung. „Daher ist eine vermehrte Sensibilität für den Unterstützungsbedarf in dieser Lebensphase notwendig“, betont FGÖ-Leiter Klaus Ropin. „Es braucht maßgeschneiderte Angebote, da sich die Lebens- und Gefühlswelten von Jugendlichen deutlich von denen Erwachsener unterscheiden.“

Dazu gehört auch das Pilotprojekt „Youth Aware Of Mental Health“ (YAM; zu Deutsch: Jugend, die sich der psychischen Gesundheit bewusst ist). Ziel war es, Jugendliche für Empathie, Offenheit, Kommunikations- und Problemlösefähigkeiten bei Depressionen und Selbstmordgefahr zu sensibilisieren. Erprobt wurde das vom Karolinska Institut in Schweden entwickelte Konzept an zehn Tiroler Schulen. Im Unterricht wurden Workshops zum Thema Selbstmord abgehalten, über 550 junge Tirolerinnen und Tiroler wurden erreicht – mit eingebunden wurden Schulärzte, Schulpsychologen und Suizid-Präventionsstellen. Die Resonanz darauf sei derart positiv gewesen, dass laut FGÖ derzeit an einer bundesweiten Umsetzung von YAM gearbeitet werde.

Gerlinde Rohrauer, Stellvertretende Leiterin des FGÖ und Präventions-Expertin, sagt, dieses Projekt trage „zu einer Sensibilisierung und Enttabuisierung des Themas ‚Suizid von Jugendlichen und jungen Erwachsenen‘ bei. Sowohl Schlüsselpersonen als auch persönlich Betroffenen wird geholfen, sie werden unterstützen.“

Kostenlose anonyme Hilfe bei Selbstmordgedanken gibt es österreichweit rund um die Uhr bei der Telefonseelsorge unter der Nummer 142 (ohne Vorwahl) oder bei Rat auf Draht unter 147 (ohne Vorwahl). (TT)

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