Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 12.10.2019


Bezirk Kitzbühel

Finanzielles Zuckerl für den „Hundeführerschein“ in St. Johann

Ein Jahr keine Hundesteuer. Geht es nach GR Claudia Pali, soll dies in St. Johann möglich sein. Jetzt befasst sich der Finanzausschuss damit.

Wer in St. Johann den Hundeführerschein bzw. den Hundeführschein besitzt, soll in Zukunft dafür belohnt werden.

© Getty Images/iStockphotoWer in St. Johann den Hundeführerschein bzw. den Hundeführschein besitzt, soll in Zukunft dafür belohnt werden.



Von Michael Mader

St. Johann i. T. – Laut der parteifreien Gemeinderätin Claudi Pali komme es immer wieder zu Beißattacken und Hundeangriffen, außerdem nehme die Anzahl an Hunden Jahr für Jahr zu. Zu nehme dadurch auch die Angst, gebissen zu werden: „Die Forderung nach einem verpflichtenden Hundeführerschein bzw. Hundeführschein wird deshalb immer lauter.“ Aus diesem Grund hat sie in der jüngsten Gemeinderatssitzung in St. Johann einen Antrag eingebracht, wonach die Mandatare eine Befreiung von der Hundesteuer für ein Jahr beschließen mögen. Voraussetzung sei eine freiwillig positiv absolvierte Hundeführerscheinprüfung. Auch wer das bereits hat, solle einmalig dafür belohnt werden.

„Da als Nachteil des Hundeführerscheins meist die Kosten und der Aufwand genannt werden, sollte die Gemeinde einen Anreiz schaffen, dass selbst erfahrene Hundehalter sich dieser Prüfung unterziehen.“ Pali glaubt, dass das für Hundebesitzer lukrativ sein könnte: „Ich hab’ in Reith bei Kitzbühel nachgefragt. Der Schäferhundeverein könnte uns den Hundeführschein um 20 Euro anbieten, die Begleithundeprüfung um 15 Euro.“ Die Hundesteuer hingegen betrage für den ersten Hund 69,75 Euro. Eine Finanzierung könne sich Pali durch Werbung auf den Hundesackerln bzw. Hundekoteimern vorstellen.

Bürgermeister Hubert Almberger (ÖVP) will, dass sich der Finanzausschuss damit befasst, „weil es ja um eine Gebühr geht, die erlassen werden soll“. Werbung auf Gemeindeeigentum wolle er eher nicht.

GV Melanie Huter (ÖVP) ist dafür, dass man schaut, ob das nicht auch jemand in St. Johann anbietet, GR Maria Strele (Grüne) findet den Antrag eine sympathische Idee und GV Christl Bernhofer (SoLi) kann das begrüßen. „Der Hintergrund ist, dass Hunde unter Kontrolle sind“, meint GR Robert Wurzenrainer (FPÖ), „das ist grundsätzlich gut.“ GR Robert Steger (ÖVP) hingegen hält nichts von der Idee.