Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 12.10.2019


Innsbruck

Heim für obdachlose Mütter in Innsbruck geplant

TSD-Geschäftsführer Johann Aigner und Landesrätin Gabriele Fischer bei der Präsentation des neuen Projekts für Frauen.

© Land Tirol/GrausTSD-Geschäftsführer Johann Aigner und Landesrätin Gabriele Fischer bei der Präsentation des neuen Projekts für Frauen.



NORA (Notraum): So heißt das Projekt, das künftig wohnungslosen Müttern und ihren Kindern vorübergehend ein Dach über dem Kopf bieten soll. „NORA wird in einem Gebäude mit verschiedenen Wohnungen untergebracht sein. Die Frauen sollen dort auch Intimsphäre vorfinden", beschreibt Soziallandesrätin Gabriele Fischer das Projekt, das im kommenden Jahr realisiert werden soll. Bis zu 22 Frauen werden für maximal ein halbes Jahr bei NORA Unterschlupf finden. „Das Ziel ist es, dass sie dann wieder Fuß fassen können", so Fischer weiter. Das neue Angebot sei auch notwendig, weil Frauen (mit Kindern) nicht die gemischten Notschlafstellen in Anspruch nehmen würden.

NORA ist aber nur ein Teil des Unterstützungspakets für wohnungslose Menschen, das das Land Tirol, die Stadt Innsbruck und die Tiroler Sozialen Dienste (TSD) zu Beginn der kalten Jahreszeit geschnürt haben. Neu im Angebot ist auch das NIKADO in Innsbruck. Eine niederschwellige Einrichtung für alkoholkranke Menschen, die erst kürzlich eröffnet wurde. Bis zu 30 Personen können täglich zwischen 12.30 Uhr und 19.30 Uhr das Angebot in Anspruch nehmen.

Ab 1. November stehen auch die Notschlafstellen wieder zur Verfügung. Und zwar am Innsbrucker Schusterbergweg, in Kufstein und in Lienz. „Im Oberland suchen wir noch nach einem neuen Standort", sagt TSD-Geschäftsführer Johann Aigner. Die bisherige Einrichtung in Imst sei zu wenig frequentiert worden.

Wie eine Evaluierung ergab, haben bis zu 100 Personen im vergangenen Winter die Notschlafstellen genutzt. Heuer werden den Wohnungslosen etwa 120 bis 130 Plätze zur Verfügung stehen.

Auch die Kälte-Hotline (Tel. 0512/21447) der TSD ist ab 1. November wieder freigeschaltet. 587 Anrufe sind dort im vergangenen Winter eingegangen. TSD-Mitarbeiter haben dann die Betroffenen mit Schlafsäcken, Tee und Kleidung versorgt. (tom)