Letztes Update am Fr, 11.10.2019 16:17

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Weltmädchentag

Weltweit noch immer jede fünfte Frau als Kind verheiratet

Geschätzte 650 Millionen Mädchen und Frauen sind von Kinderehen betroffen und jedes Jahr kommen laut UNICEF rund zwölf Millionen weitere Kinderbräute hinzu, warnt „Jugend ohne Welt“ anlässlich des Weltmädchentages.

Symbolbild, aufgenommen während einer von Amnesty International organisierten Protestaktion gegen Kinderehen im Jahr 2016 in Italien.

© AFPSymbolbild, aufgenommen während einer von Amnesty International organisierten Protestaktion gegen Kinderehen im Jahr 2016 in Italien.



Wien – Die Hilfsorganisation „Jugend Eine Welt“ schlägt Alarm: Es gibt immer noch „viel zu viele“ Kinderbräute, hieß es am Freitag laut einer Aussendung von Kathpress anlässlich des Weltmädchentages am 11. Oktober.

„Immer noch wird weltweit jede fünfte junge Frau im Kindesalter verheiratet, häufig gegen ihren Willen. Geschätzte 650 Millionen Mädchen und Frauen sind von Kinderehen betroffen und jedes Jahr kommen laut UNICEF rund zwölf Millionen weitere Kinderbräute hinzu“, berichtete „Jugend ohne Welt“. Die Hilfsorganisation fordere deshalb „verstärkte Anstrengungen“, um die „schädliche Praxis“ der Kinderehen bis zum Jahr 2030 zu beenden.

Auf häufig Opfer von häuslicher Gewalt und Missbrauch

Viele Mädchen litten lebenslang unter den Auswirkungen einer frühen Eheschließung: „Abgesehen von den oft katastrophalen gesundheitlichen Auswirkungen von Schwangerschaften in jugendlichem Alter müssen sie meist ihren Schulbesuch vorzeitig abbrechen und haben keine Chance auf eine qualifizierte Berufsausbildung“. Dadurch würden junge Ehefrauen häufig in wirtschaftliche Abhängigkeit von ihren Ehepartnern geraten und seien einem erhöhten Risiko ausgesetzt, Opfer von Missbrauch und häuslicher Gewalt zu werden, hieß es weiter.

Dass es möglich sei, die Tradition der Kinderehen erfolgreich zu bekämpfen, machte die Hilfsorganisation an Indien fest: Dort sei die Anzahl der Kinderbräute seit dem Jahr 2000 um 51 Prozent zurückgegangen. Ausschlaggebend dafür war laut Aussendung nicht nur eine verschärfte Gesetzeslage, sondern vor allem ein „verbessertes Bewusstsein für Kinderrechte“. (APA)

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