Letztes Update am Mo, 14.10.2019 15:34

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Indien

Indische Familie begrub totes Kind – und fand lebendes Baby

Ein Neugeborenes ist im Norden Indiens lebendig aus einem Grab gerettet worden – ein Mann, der gerade sein eigenes totes Baby begraben wollte, hatte es entdeckt. Es lag in einem Topf etwa 60 Zentimeter unter der Erde. Sein Zustand ist kritisch. Die Polizei sucht nun nach den Eltern.

(Symbolbild)

© pixabay(Symbolbild)



Neu-Delhi – Eine indische Familie hat ein Grab für ihr tot geborenes Mädchen gegraben – und ist dabei nach Medienberichten auf ein lebendiges Baby gestoßen. Das neugeborene Mädchen lag rund 60 Zentimeter unter der Erde in einem Gefäß aus Ton und atmete noch, wie lokale Medien am Montag berichteten.

„Ich dachte zuerst, dass meine Tochter wieder lebt“, sagte der Vater des gestorbenen Kindes der Zeitung Times of India. „Ich rief sofort den Krankenwagen, um sicherzugehen, dass es überlebt.“ Seine Tochter war am vergangenen Donnerstag tot zur Welt gekommen.

Das lebende Baby sei lediglich 1,1 Kilo schwer und in einem kritischen Zustand, hieß es. Laut den behandelnden Medizinern sei es wohl eine Frühgeburt gewesen – und das habe ihm wohl das Leben gerettet. Denn Frühchen bräuchten generell weniger Sauerstoff. „Es ist möglich, dass es lediglich ein paar Stunden begraben war“, sagte ein Arzt der Times of India.

Mit Schaufel auf Topf gestoßen

Die Polizei sucht nun laut Times of India nach der Person, die das Mädchen vergraben hatte. Sie analysiere dazu Bilder von Überwachungskameras eines nahe gelegenen Krematoriums. Die Polizei verdächtig die Eltern „dass das mit ihrem Einverständnis geschehen ist“, so der lokale Polizeichef Abhinandan Singh. Laut Singh wurde das begrabene Mädchen nur durch Zufall entdeckt. Als der Mann, der es entdeckte, das Grab für seine eigene Tochter schaufelte, stieß er mit der Schaufel auf den Topf.

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In Indien werden einige Mädchen auch heute noch abgetrieben oder von ihren Familien getötet. Ein Grund dafür ist, dass Familien bei der Hochzeit ihrer Töchter oft eine hohe Mitgift zahlen müssen – obwohl diese Praxis schon seit Jahrzehnten verboten ist. Frauen werden in Indien gesellschaftlich oft diskriminiert. Sie gelten wegen der traditionell hohen Aussteuer häufig als Belastung für die Familien. (APA/dpa)




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