Letztes Update am Do, 17.10.2019 08:32

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Synagogentür von Halle soll an Rettung vieler Menschen erinnern

Die jüdische Gemeinde will die Holztür erhalten, die bei dem Anschlag eines Rechtsextremisten Dutzende Leben gerettet hat. Sie soll jedoch einen neuen Platz bekommen.

Ein schwer bewaffneter Mann wollte am vergangenen Mittwoch in die Synagoge eindringen.

© dpa-ZentralbildEin schwer bewaffneter Mann wollte am vergangenen Mittwoch in die Synagoge eindringen.



Halle – Eine eher unscheinbare Tür hat bei dem antisemitischen Anschlag eines Rechtsextremisten in Halle wohl Dutzenden Menschen das Leben gerettet. Die jüdische Gemeinde will die Holztür erhalten, aber nicht an derselben Stelle wie bisher. Es gebe verschiedene Ideen, wo die Tür künftig sein soll, sagte der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Max Privorozki. „Möglicherweise werden wir sie außerhalb der Synagoge in den Hof stellen, damit man, wenn man in die Synagoge kommt, sieht, wie uns diese Tür gerettet hat.“

Möglicherweise werde die Tür in der Stadt stehen, sagte er. „Wir haben das noch nicht entschieden“, sagte Privorozki. Dies werde voraussichtlich im Dezember auf der ordentlichen Repräsentantenversammlung der Gemeinde geschehen. „Die Tür wird nicht weggeschmissen“, betonte der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde.

Vergangenen Mittwoch hatte ein schwer bewaffneter Mann versucht, in die mit mehr als 50 Gläubigen besetzte Synagoge zu gelangen. Als das scheiterte, erschoss er eine 40 Jahre alte Frau und kurz darauf einen 20 Jahre alten Mann in einem nahegelegenen Dönerladen. Auf seiner Flucht verletzte der Schütze auch ein Ehepaar schwer. Ein 27-jähriger Deutscher hat die Tat aus antisemitischen und rechtsextremen Motiven gestanden. Er sitzt in Untersuchungshaft. (dpa)




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