Letztes Update am Mo, 21.10.2019 13:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Österreich

Equal Pay Day 2019: Frauen verdienen rund 10.000 Euro weniger

Am 21. Oktober ist Tag der Einkommensgerechtigkeit. Im Schnitt verdienen Frauen, die in Österreich in Vollzeit arbeiten, um 19,7 Prozent weniger als Männer. Zwischen den Bundesländern gibt es deutliche Unterschiede, in Vorarlberg ist die Lohnschere am größten.

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© RottensteinerSymbolbild.



Wien – Am Montag, dem 21. Oktober, wird in Österreich der Equal Pay Day begangen. An diesem Tag haben Männer bereits jenes Einkommen erreicht, für das Frauen noch bis zum Jahresende arbeiten müssen. Österreichs Frauen arbeiten heuer somit laut dem Österreichischen Städtebund 72 Tage „gratis“. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Verbesserung um einen Tag.

„Diese aktuellen Zahlen zeigen deutlich, dass es noch viel zu tun gibt. Wir sind nicht bereit, Jahrzehnte zu warten, bis Frauen Gleichstellung in der Arbeitswelt erfahren. Wir wollen die Lohnschere schließen“, betonte die Vorsitzende des Frauenausschusses des Österreichischen Städtebunds, die Wiener Frauenstadträtin Kathrin Gaal (SPÖ), am Donnerstag in einer Aussendung.

In größeren Städten Unterschiede geringer

Während das durchschnittliche Bruttoeinkommen von Männern bei 52.033 Euro liegt, verdienen vollzeitbeschäftigte Frauen durchschnittlich 41.785 Euro brutto im Jahr, also um 10.248 Euro bzw. 19,7 Prozent weniger. Die Zahlen stammen aus der Lohnsteuerstatistik der Statistik Austria für das Jahr 2017.

2010 lag der Equal Pay Day österreichweit noch am 29. September. Deutliche Unterschiede bestehen zwischen den Bundesländern: So wurde der Tag der Einkommensgerechtigkeit in Vorarlberg heuer bereits am 23. September begangen.

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In Tirol liegt das durchschnittliche Einkommen der Frauen um 22,3 Prozent unter jenem der Männer. Seit 11. Oktober arbeiten die Tirolerinnen, im Gegensatz zu den Tirolern, also bis zum Jahresende umsonst.

In Wien sind die Einkommensunterschiede statistisch gesehen am geringsten, da ist es erst am 9. November so weit.

Es sei „offensichtlich, dass Städte bessere Bedingungen für qualifizierte Beschäftigung und Karriere für Frauen bieten“, schloss Thomas Weninger, Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes. „Auch die Qualität der Kinderbetreuung ist ein wichtiger Faktor für Vollzeitbeschäftigung und damit für ein angemessenes Einkommen.“

Um auf die Einkommensunterschiede aufmerksam zu machen, finden in den kommenden Tagen im Rahmen einer gemeinsamen Aktion des Frauenausschusses des Österreichischen Städtebunds, der AK und der ÖGB-Frauen in vielen Städten Verteilaktionen auf der Straße statt.

Auch Equal Pay Day Ende Februar

Die Arbeiterkammer fordert anlässlich des Equal Pay Days eine neue Zeitverwendungsstudie. „Die letzte Erhebung zur Zeitverwendung ist zehn Jahre alt“, kritisierte AK-Präsidentin Renate Anderl. Neben Maßnahmen zur Anhebung von Fraueneinkommen und zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben brauche es also dringend auch eine neue Zeitverwendungsstudie. „Denn mit schlechten Daten kann man keine gute Politik machen“, stellte Anderl fest.

In Österreich werden seit Jahren zwei Tage der Einkommensgerechtigkeit begangen, was auf die Berechnungsmethode zurückzuführen ist. Neben dem Herbsttermin gibt es somit auch einen Equal Pay Day im Frühling. (APA)