Letztes Update am Di, 22.10.2019 17:33

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU

Hunderte protestieren vor EU-Parlament für nachhaltige Landwirtschaft

Mehrere Hundert Menschen – darunter Landwirte, Umweltaktivisten und Abgeordnete – zogen von der deutschen Stadt Kehl nach Straßburg.

Artgerechte Tierhaltung gehörte zu den zentralen Forderungen.

© AFPArtgerechte Tierhaltung gehörte zu den zentralen Forderungen.



Straßburg – Mehrere Hundert Demonstranten, darunter Landwirte und Umweltaktivisten, haben vor dem Europaparlament in Straßburg für eine nachhaltige EU-Agrarreform demonstriert. Bei dem Protest forderten sie unter anderem, dass EU-Agrarsubventionen nur an Bauern gezahlt werden, die Umwelt und Klima schützen und Tiere artgerecht halten.

Hunderte Menschen protestierten vor dem Parlament.
Hunderte Menschen protestierten vor dem Parlament.
- AFP

Der Demo-Zug war von der deutschen Stadt Kehl in die Elsass-Metropole Straßburg gezogen. Zu der Demonstration für eine Agrarwende hatte ein Bündnis von Landwirten, Tier- und Umweltschützern aufgerufen.

Auch Abgeordnete protestierten

An dem Protest beteiligten sich auch Abgeordnete aus dem Europaparlament. „Die europäische Agrarpolitik fördert weiterhin in erster Linie ein Landwirtschaftsmodell, das für das Klima, die Umwelt, die Tiere, und nicht zuletzt auch die Landwirtinnen und Landwirte, desaströse Folgen hat“, sagte Maria Noichl, agrarpolitische Sprecherin der SPD-Europaabgeordneten. Auch die biologische Vielfalt sei bedroht. Das Ziel sei es, mit der Reform den Einstieg in den Umstieg auf ein neues nachhaltigeres Fördersystem zu schaffen.

"Ein neues Leben für altes Gemüse" fordert diese Demonstrantin.
"Ein neues Leben für altes Gemüse" fordert diese Demonstrantin.
- AFP

Der scheidende EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan hatte im vergangenen Jahr vorgeschlagen, den Staaten mehr Freiheiten einzuräumen, wie sie eine Reihe von vorgegebenen Zielen erreichen wollen - etwa die Erhaltung der Natur, Klimaschutz und die Sicherung der Lebensmittelqualität. Dazu sollen sie jeweils nationale Pläne erstellen, die von der EU-Kommission genehmigt werden müssten. Außerdem ist vorgesehen, die Agrarfördergelder, die derzeit den größten Posten im EU-Haushalt ausmachen, etwas zu reduzieren.

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Die Verhandlungen zwischen den EU-Staaten kamen allerdings zuletzt kaum voran. Kritiker fordern vor allem angesichts des Klimawandels einen grundsätzlicheren Wandel und stärkere Einsparungen von Klimagasen in der Agrarpolitik. Mit dem Beginn der neuen Kommission unter Ursula von der Leyen hoffen viele nun auf neue Bewegung in der Diskussion. (APA/dpa)




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