Letztes Update am Sa, 26.10.2019 14:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Original Play“

Heftige Reaktionen auf Vorwürfe gegen Verein „Original Play“

Enthüllungen über den Verein, der Erwachsene zum „körperbetonten Spielen“ an Kindergärten vermittelt, sorgte für Verwunderung bei vielen Eltern – und rasche Reaktionen einiger Politiker. Der Verein weist die Vorwürfe zurück.

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Wien — Enthüllungen der ZIB 2 und der ARD haben am Freitag große Wellen geschlagen: Der Verein „Original Play", der Erwachsene zum so genannten „körperbetonten Spielen" an Kindergärten vermittelt, sorgte für große Verwunderung bei vielen Eltern — und rasche Reaktionen einiger Politiker.

Niederösterreichs Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister verbietet die Tätigkeit des Vereins in ihrem Bundesland, ihr Wiener Amtskollege Jürgen Czernohorszky empfiehlt den Einrichtungen, auf die Zusammenarbeit mit „Original Play" zu verzichten. Die Frage, wie die Arbeit des Vereins so lange unter dem Radar der Behörden bleiben konnte, bleibt.

Der Verein selbst hat die Vorwürfe am Freitagabend zurückgewiesen. „Original Play ist Gewaltprävention", wurde in einer Aussendung betont. Kritiker seien eingeladen, „mit uns in Dialog zu treten", um sich selbst ein Bild zu machen.

Verein bietet Dialog an

Die von dem Verein angebotenen Workshops seien in erster Linie für Eltern und Personen aus dem pädagogischen und therapeutischen Bereich gedacht. „Diese sollen im Regelfall mit den eigenen Kindern/Jugendlichen bzw. in ihren Institutionen spielen", hieß es.

In Österreich seien zwölf „Apprentices" der Organisation — jeweils sechs Frauen und Männer — tätig, deren Berufsausbildung „dem pädagogischen, sozialen oder gesundheitlichen Bereich zuzuordnen" sei. Um „Original Play" professionell anbieten zu können, bedürfe es einer drei Jahre dauernden Ausbildung.

„Ausgebildete sogenannte Apprentices besuchen Institutionen regelmäßig. Sie sind angehalten, ihre Spielgruppen so durchzuführen, dass PädagogInnen der jeweiligen Institution anwesend sind", erläuterte der Verein. Die „Apprentices" haben demnach beim Verein ihre „Strafregisterbescheinigung Kinder- und Jugendfürsorge" hinterlegt. Sie würden von Kindergärten, Schulen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und für Asylwerber eingeladen. Ziel sei, „zu lernen, wie man ein sicheres Umfeld für Kinder schafft. Eltern und Fachkräfte erwerben Fähigkeiten und Kompetenzen, um Aggressionen ohne Gewalt zu begegnen". Viele Projekte würden ehrenamtlich durchgeführt. (TT.com/APA)