Letztes Update am So, 27.10.2019 21:52

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kirche

Amazonas-Synode: Diözese Innsbruck sieht „Hoffnungssignal“

Bischof Hermann Glettler schreibt der Synode eine Signalwirkung zu, die weit über die katholische Kirche hinausreiche. „Es geht um eine entschlossene Kurskorrektur, die alle Lebensbereiche miteinschließt. Wir dürfen nicht zum ,business als usual‘ zurückkehren.“

Bischof Glettler.

© Thomas BöhmBischof Glettler.



Innsbruck – Als eine „Signalwirkung weit über die katholische Kirche hinaus“ hat Bischof Hermann Glettler die am Sonntag beendete Amazonas-Synode im Vatikan bezeichnet. Deren Schlüsselbegriff sei die einer notwendigen „Konversion“, erklärte er laut Kathpress in einer Aussendung vom Sonntagabend. Wir dürfen nicht zum ‚business als usual‘ zurückkehren“, forderte der Innsbrucker Oberhirte.

Den „großen Worten“ müssten „überzeugende Taten und eine neue, achtsamere Lebenshaltung“ folgen. Dazu wolle man in der Tiroler Kirche den mit der Nachhaltigkeitsstrategie begonnenen Weg „mit großem Schwung weiter verfolgen“. Die nun abgeschlossene Amazoniensynode sei mit ihrem „selbstverständlich bunten Gesicht einer multikulturellen Kirche“ eine bleibende Inspiration, so der Bischof weiter.

Außer Glettler äußerte sich aus der Diözese Innsbruck auch Seelsorgeamtsleiter Harald Fleißner mit einem optimistischen Blick auf die Synode. Aus dem Synoden-Abschlussdokument könne man zwar keine „schnellen Lösungen“ herauslesen, doch es enthalte eindeutig den „Impuls in Richtung Schöpfungsverantwortung, verstärkte Zusammenarbeit verschiedener Ämter und Dienste in der Pastorale sowie die Bereitschaft zur Veränderung alter und teilweise hemmender Strukturen in der Kirche“. Dies sei ein „Hoffnungszeichen weit über Amazonien oder Lateinamerika hinaus“.

Die Bischofssynode im Vatikan hatte sich für die umstrittene Priesterweihe verheirateter Männer ausgesprochen - allerdings nur in Ausnahmefällen und nur für eine bestimmte Region. Überdies verlangen die Bischöfe, dass in der Region die Einführung des Diakonats für Frauen geprüft werden solle. Bei der dreiwöchigen Amazonas-Synode ging es auch um Fragen des Klimawandels und der Armutsbekämpfung, der Landenteignung und der Umweltverschmutzung. Die Ausbeutung der Amazonas-Region, die derzeit unter dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro besonders stark voranschreitet, bezeichneten die Bischöfe als „ökologische Sünde“ und eine „Tat gegen Gott“. (APA)