Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 30.10.2019


Bezirk Landeck

Landecker Kinder müssen über Kellerstiege in die Schule

Die Sanierung der NMS Clemens Holzmeister in Landeck sei dringend. Schüler machten dafür Pläne. Für Bürgermeister noch „langer Weg“.

Die Schüler präsentierten den Umbau des bestehenden Schuleingangs zur Arena. (Visualisierung)

© PfennigerDie Schüler präsentierten den Umbau des bestehenden Schuleingangs zur Arena. (Visualisierung)



Von Matthias Reichle

Landeck – Der tägliche Schulweg der Landecker NMS-Schüler ist bizarr. Anstatt nämlich das große Portal der Clemens-Holzmeister-Schule zu benutzen, verwenden sie die enge Stiege hinunter ins Kellergeschoß als Eingang ins Gebäude – dort, wo ursprünglich der große Kiesbunker war. Der berühmte Architekt des denkmalgeschützten Baus, Clemens Holzmeister, hatte das einst ganz anders geplant und hätte mit der heutigen Umfunktionierung seiner Schule wohl keine Freude, waren sich Pauline, Florian, Rene, Maria, David und Luise einig. Die sechs Schüler hatten den Mut, direkt im Landecker Gemeinderat einige der Mängel am Gebäude aufzuzeigen – vom uralten Physikraum bis hin zur fehlenden Schall- und Wärmedämmung. „Im Frühsommer macht die Überhitzung ein konzentriertes Lernen fast unmöglich“, erklärten sie. Seit fast 40 Jahren wurde die Neue Mittelschule, die 1928 eröffnet worden war, baulich nicht mehr verändert.

Die Schüler sind aber nicht gekommen, um sich zu beschweren – im Gegenteil. Sie nehmen wieder beim internationalen Wettbewerb „First Lego League“ teil. Dabei geht es mitnichten nur um die kleinen Steinchen – in der Disziplin „City Shapers“ machen sich die Teilnehmer Gedanken über Stadtgestaltung. Die Land­ecker NMS-Schüler starteten eine Forschungsarbeit zur Schule selbst und haben auch Lösungen erarbeitet. Ihre Ideen reichten von einem detaillierten Raumprogramm über die Nutzung des 120 Quadratmeter großen Dachbodens bis hin zu einer Neugestaltung des Eingangsbereichs. Unterstützung erhielten sie von Imster HTL-Schülern und dem Landecker Architekten Andreas Pfenniger.

Für die Gebäudefront präsentierten sie eine Art Arena, die den Eingang über die enge Treppe ersetzen soll und die auch Clemens Holzmeister gefallen hätte, wie die Schüler mutmaßten. War er doch Theaterfan und hat unter anderem auch das Salzburger Festspielhaus geplant. Ein Wunsch wäre, dass auch der Raum zwischen der Neuen Mittelschule, dem Alten Widum und der Volksschule Angedair, der derzeit ein Parkplatz ist, zur Begegnungszone wird, aus der der Verkehr zeitweise auch ausgesperrt werden kann.

Bürgermeister Wolfgang Jörg dämpfte allerdings die Hoffnung auf eine baldige Sanierung und einen Umbau der Schule. „Jetzt zu sagen, da starten wir nächstes Jahr, würde meinem Wissen widersprechen.“ Aus finanzieller Sicht sei das Projekt nicht so schnell zu realisieren. Hoffnung machte er dafür, dass für den Physikraum im kommenden Jahr etwas ins Budget kommen könnte.

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„Wenn man weiß, dass die letzte Sanierung Mitte der 80er-Jahre war, weiß man, wie dringend sie wäre“, betonte danach Schuldirektor Helmut Pauli.