Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 31.10.2019


Bezirk Kitzbühel

Unesco-Kulturerbe: Brixentaler wollen ihren Antlassritt schützen

Die traditionelle Veranstaltung, welche alljährlich an Fronleichnam stattfindet, soll immaterielles Unesco-Kulturerbe werden.

Der Brixentaler Antlassritt findet seit mehr als 350 Jahren statt und soll nun zum immateriellen Unesco-Kulturerbe werden.

© Gartner MathäusDer Brixentaler Antlassritt findet seit mehr als 350 Jahren statt und soll nun zum immateriellen Unesco-Kulturerbe werden.



Von Harald Angerer

Brixen, Kirchberg, Westendorf – Für die Brixentaler ist er ein Fixpunkt im Jahr und nun soll seine Bedeutung auch für immer festgehalten werden. Alljährlich zu Fronleichnam findet der Antlassritt statt und er soll nun in die immaterielle Unesco-­Kulturerbe-Liste aufgenommen werden.

Seit über 350 Jahren findet diese Prozession statt. Mit dabei sind neben den Seelsorgern der Gemeinden Brixen, Kirchberg und Westendorf ausschließlich Männer aus den drei Orten. Am Fronleichnamstag, dem höchsten Feiertag im Brixental laut Überlieferung, treffen sich dazu die Teilnehmer vor der Kirche in Brixen, um dann gemeinsam über die Bundesstraße nach Kirchberg zu reiten. Ziel ist die 1750 errichtete „Schweden­kapelle“ im Kirchberger Ortsteil Klausen. Dort findet sich auch die Aufschrift „Bis hierher und nicht weiter kamen die Schwedischen Reiter“.

Es gibt drei Theorien, wie der Antlassritt entstanden sein könnte, eine davon bezieht sich auf diese Aufschrift. Die wahrscheinlichste ist allerdings, dass es sich beim Antlassritt um ein Gelöbnis zum Bann der Gefahr durch die Schweden handelt.

Treibende Kraft, den Ritt zum Unesco-Kulturerbe zu erheben, ist Kirchbergs Vizebürgermeister und Antlass-Reiter Andreas Schipflinger. „Es ist für mich faszinierend, dass sich etwas so lange halten kann, ohne dass es etwas Schriftliches gibt. Auch wenn nichts geschrieben steht, weiß jeder genau, wer zum Beispiel als Letztes reitet“, schildert Schipflinger. Er will mit dem Schritt die Tradition am Leben halten. „Nicht, dass sie irgendwann in Vergessenheit gerät“, sagt er. Notwendig war dafür die Zustimmung der Gemeinden, die gibt es, und auch von Seiten des TVB wird das Vorhaben unterstützt. Es fehlt noch die Zusage der Kirche. Bis Ende des Jahres will Schipflinger alle Formalitäten gesammelt haben. Dann kann der Antrag für den Antlassritt im kommenden Jahr bei der Unesco eingereicht werden. Schipflinger zeigt sich hier aber zuversichtlich.

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