Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 02.11.2019


Gesellschaft

Aufräumarbeiten auf der Nordkette vor Abschluss

(Symbolbild)

© Günther Egger(Symbolbild)



Der Wald auf der Nordkette zählt zu den beliebtesten Naherholungsgebieten der Innsbrucker. Seine Funktion gilt aber primär dem Schutz der Bevölkerung vor Naturkatastrophen. Der Jahrhundertwinter 2019 hinterließ immensen Schaden im Naturraum, der noch Jahrzehnte zu spüren sein wird. Die Aufräumarbeiten, koordiniert vom städtischen Forstamt, können mit Ende November fürs Erste abgeschlossen werden.

Unter den Mitarbeitern des städtischen Forstamts herrschte Ungläubigkeit und Bestürzung, als sie sich das erste Mal Anfang März ihren Weg durch die Schneemassen auf der Nordkette bahnten, nachdem zwei Monate zuvor eine riesige Staublawine den Berg runtergedonnert war. Die ersten Eindrücke beschreibt Waldaufseher Wolfgang Huber so: „Seit 40 Jahren ist der Wald auf der Nordkette mein Arbeitsgebiet, den ich eigentlich wie meine Westentasche kenne. Doch durch die zehn bis 15 Meter hohen Schneemassen waren wir orientierungslos — ein beklemmendes Gefühl."

Nach der Erstbegehung stand fest, dass die Verantwortung für die fachgerechte Aufarbeitung des Schadholzes und die möglichst schnelle Wiederherstellung der Wege für die Naherholungssuchenden an einer Stelle gebündelt werden muss. „Der Großteil der Kleinwaldbesitzerinnen und -besitzer wäre mit der Aufgabe überfordert gewesen, weshalb beschlossen wurde, dass die Organisation und Koordination über das städtische Forstamt laufen wird", erläutert Forstamtsleiter Andreas Wildauer. 70 Waldbesitzer sind betroffen, die zum Teil ihren Waldbestand zur Gänze verloren haben.

Obwohl der Schutzwald diese Schäden hinnehmen musste, ist die Sicherheit vor Naturkatastrophen weiterhin gegeben, wie Wolfgang Huber bestätigt: „Es haben sich viele besorgte Innsbruckerinnen und Innsbrucker bei uns gemeldet und ich kann beruhigen: Der Wald auf der Nordkette wird die Bewohnerinnen und Bewohner auch weiterhin schützen. Es darf nicht vergessen werden, dass wir einen Jahrhundertwinter hinter uns haben. Viele kleine ausschlaggebende Momente summierten sich zu dem Ergebnis. Innsbruck ist nach wie vor sicher."

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Gewisse Bereiche im Naherholungsgebiet auf der Nordkette sehen für den Laien auch nach dem Abschluss der Arbeiten noch „unaufgeräumt" aus. Wurzelballen und Kleinholz werden teilweise im Gelände gelassen, da diese zum Schutz vor Erosion wichtig sind. Weiters verbleiben dadurch Samen und Nährstoffe im Boden bzw. Bodennähe, die den Selbsteinflug und den Naturwuchs begünstigen. Dies erleichtert auch die Aufforstungsmaßnahmen, die im kommenden Jahr anstehen. (TT)