Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.11.2019


Bezirk Schwaz

Weihnachten: Viele Geschenke für Häftlinge kommen aus Schwaz

Schwazer Pfarrer Rudolf Theurl sammelt für Insassen der Innsbrucker Justizanstalt Weihnachtspakete.

Pfarrer Rudolf Theurl sammelt in Schwaz Weihnachtspakete für die vielen Häftlinge im Innsbrucker Gefängnis.

© SternadPfarrer Rudolf Theurl sammelt in Schwaz Weihnachtspakete für die vielen Häftlinge im Innsbrucker Gefängnis.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Immer wieder sieht man in Schwaz Menschen mit weihnachtlich verpackten Schuhkartons unterm Arm durch die Straßen gehen. Die Schachteln sind leer. Noch. Denn die rund 500 Boxen sollen innerhalb der nächsten Woche alle gefüllt werden.

Bei seiner alljährlichen Aktion sammelt der Schwazer Pfarrer Rudolf Theurl für die Häftlinge im Innsbrucker Gefängnis. „Jeden letzten Donnerstag im Monat statte ich ihnen einen Besuch ab“, erzählt Theurl. Viele von ihnen würden Weihnachten leer ausgehen. Das will der Schwazer Seelsorger verhindern.

„Jeder, der mag, kann einen unserer Kartone mit originalverpackten Süßigkeiten sowie Toilettenartikeln oder Rauchwaren füllen“, sagt Theurl. Zudem gibt er jeweils ein Weihnachtsevangelium und ein Bild hinzu. Die Boxen gibt es im Pfarramt St. Barbara.

Am dritten Adventsonntag werden alle Schachteln in der Kirche aufgetürmt und am Montag ins Innsbrucker Gefängnis geliefert. „Dort verteilen dann die verschiedenen Seelsorger die Pakete an die Häftlinge. Jeder bekommt eines“, sagt Theurl. Was heuer eine kleine Herausforderung wird. „Weil das Gefängnis ist pumpvoll. Da sind über 500 Häftlinge“, erklärt der Pfarrer.

Daher ist er über jede Unterstützung froh – wie etwa vom Sozialamt Schwaz, diversen Firmen und Vereinen. „Auch die Moschee hilft mit“, sagt Theurl. Zudem bewirbt er in den höheren Schulen die Aktion. Er verstehe, dass manche Schüler fragen, warum man einem Häftling etwas zu Weihnachten schenken solle. Für ihn gebe es drei gute Gründe. Zum einen der christliche Gedanke dahinter – und: „Nicht jeder hat eine so tolle Mutter wie du oder ich und wer selber keine Kinder hat, soll nicht g’scheid sein, denn manche Taten können in jeder Familie passieren.“