Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 11.11.2019


Bezirk Reutte

Neuer Lech-Radweg mit digitalem Reiseassistenten

Der Lech-Radweg verbindet künftig als Modellvorhaben für E-Mobilität und Digitalisierung alle Anlieger von Steeg bis zur Mündung in die Donau.

Touristiker, Energieversorger und Naturschützer aus dem Lechtal, dem Allgäu und Schwaben gaben kürzlich in Augsburg den offiziellen Startschuss für das neue, grenzüberschreitende Radwegprojekt von Steeg bis Marxheim nahe Donauwörth.

© Allgäu GmbHTouristiker, Energieversorger und Naturschützer aus dem Lechtal, dem Allgäu und Schwaben gaben kürzlich in Augsburg den offiziellen Startschuss für das neue, grenzüberschreitende Radwegprojekt von Steeg bis Marxheim nahe Donauwörth.



Augsburg, Lechtal – Kürzlich trafen sich Touristiker, Energieversorger und Naturschützer entlang des Lechs in Augsburg, um ein „internationales Leuchtturmprojekt des naturnahen Qualitätstourismus“ in Angriff zu nehmen: Radfahren von der Donau bis hinein in die Alpen am neuen Lech-Radweg.

Dieses Raderlebnis wird nun durch eine enge Kooperation der Lech-Anliegerregionen entwickelt. So wird eine einheitliche, naturnahe Route mit einer leicht erkennbaren Beschilderung sowie einer radfahrgerechten Infrastruktur aufgebaut. Hierzu gehören neben Raststationen entlang der 256 Kilometer langen Strecke von Steeg bis zur Mündung des Lech in die Donau auch spezialisierte Gastgeber, Ladestationen für E-Bikes und barrierefreie Abschnitte. Bis zur Markteinführung im Jahr 2022 werden auch Audio-Touren für Sehbehinderte produziert.

Neu bei diesem Projekt ist die Entwicklung eines digitalen Reiseassistenten basierend auf WLAN-Hotspots entlang der Strecke. In ihm laufen alle Daten zusammen – von der Route über Gastronomie, Gastgeber und Veranstaltungen, so dass jederzeit aktuelle Daten abgerufen werden können, und das sogar sprachgesteuert und in gängige Sprachassistenten wie Alexa oder Siri integriert.

„Mit der Entwicklung des digitalen Reiseassistenten machen wir die Reiseplanung wesentlich komfortabler: Gerade bei einem grenzüberschreitenden Fernradweg ist es wichtig, stets aktuelle Daten über Befahrbarkeit, Öffnungszeiten der Gastronomie oder freie Betten zu erhalten“, erklärt Anke Hainzinger, Projektmanagerin bei der Allgäu GmbH. „Der Lech-Radweg wird unser touristisches Angebot von Tirol durchs Allgäu und Schwaben hindurch stärken. Neben der Digitalisierung und der E-Mobilität werden wir den Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung des naturnahen Qualitätstourismus legen“, ergänzt Bernhard Joachim, Geschäftsführer der Allgäu GmbH.

Für Günther Salchner, Geschäftsführer der Regionalentwicklung Außerfern (REA) und Motor des Projekts auf Tiroler Seite, ist der neue Lech-Radweg einmal mehr Ausdruck der konstruktiven Zusammenarbeit von REA und den Tourismusverbänden, die längst über die Staatsgrenze hinaus wirkt. „Mich freut es ganz besonders, dass es nun gelungen ist, unsere Partnerschaft bis hinaus nach Augsburg zu erweitern“, erklärt Salchner. Von der Mündung bis zum Oberlauf des Lech beteiligen sich alle Anliegerregionen, TVB und Energieversorger an der Gestaltung des Radweges. Der Verein Lebensraum Lechtal e.V. gehört ebenfalls dazu. Er nimmt die Interessen des Naturschutzes wahr.

Für das Projekt stehen 480.000 Euro zur Verfügung. Davon fließen 360.000 Euro an Förderungen aus dem Interreg-Programm Österreich-Bayern 2014–2020 in das Projekt. 120.000 Euro bringen die Projektteilnehmer auf. Die Projektleitung liegt bei der Allgäu GmbH. (TT, fasi)