Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 13.11.2019


Bezirk Kufstein

Schulklassen „schwänzen“ Schwimmunterricht im Wave in Wörgl

Eltern an der Volksschule I erteilten der Schwimmwoche im Wörgler Erlebnisbad eine Absage. Ihnen sind die Kosten dafür zu hoch.

Der Schwimmsport soll gefördert werden – vielen Wörgler Eltern ist der Preis dafür im Wörgler Wave jedoch zu hoch.

© Getty Images/iStockphotoDer Schwimmsport soll gefördert werden – vielen Wörgler Eltern ist der Preis dafür im Wörgler Wave jedoch zu hoch.



Von Wolfgang Otter

Wörgl – Neues Schuljahr – altes Problem. Der Sprung ins Wasser des Erlebnisbades Wave ist den Eltern von Wörgler Volksschulkindern zu teuer. Bereits im vergangenen Schuljahr haben Lehrerinnen und Lehrer auf das städtische Erlebnisbad aus diesen Gründen verzichtet und sind im Juni lieber in den Zug gestiegen, um mit den Kindern im benachbarten Kundl im Freibad schwimmen zu gehen.

Vom Erlebnisangebot wie Rutschen etc. aus gesehen natürlich kein Vergleich, aber auch nicht beim Preis. Während in Wörgl bis zu sieben Euro für bis zu drei Stunden pro Schüler zu berappen waren, kostete in Kundl der Tageseintritt für Schüler im Freibad zwei Euro.

Ein entsprechender TT-Artikel über die „Schwimmbadflucht“ hat damals nicht nur Wellen geschlagen, sondern auch Gespräche in Aussicht gestellt. Auf die wartet man an der Volksschule I in Wörgl bislangs vergebens, wie zu hören ist.

Das Problem: Die Pädagoginnen und Pädagogen müssen langsam die Schwimmwochen planen. Man hat auch bereits ein Angebot vorliegen: Vier Tage Schwimmen von 8.15 bis 12 Uhr würden 69 Euro im Wave kosten, samt Trainer, also täglich 17 Euro und ein paar Cent. In einer Klasse, so Direktor Reinhard Angerer, haben die Eltern bereits abgewunken. Viel zu teuer, in einer anderen habe man den Preis geschluckt.

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Dabei ginge es billiger für die Schüler: Dem Direktor liegt eine zweite Offerte vor: Im rund 20 Kilometer entfernten Hallenbad im bayerischen Kiefersfelden würde man laut vergleichbarem Angebot für fünf Tage an die 45 Euro bezahlen – samt Zugfahrt.

Hat also die Stadt Wörgl um viel Geld ein Erlebnisbad mit Sportbecken gebaut, das Wörgler Kinder nicht benutzen wollen oder können? Bürgermeisterin Hedi Wechner will vorerst keine Stellung beziehen, sondern erst einmal mit dem Schuldirektor und dem Wave-Geschäftsführer Andreas Ramsauer sprechen. Auch Letzterer gab auf Anfrage keine Stellungnahme dazu ab.