Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 13.11.2019


Osttirol

„Osttiroler Wanderführer“ Walter Mair feiert 80. Geburtstag

Walter Mair kennt die Berge und Landschaften des Bezirks wie keiner sonst. Er schrieb 23 Bücher über Gipfel und Wanderziele und bestieg alle 254 Dreitausender. Heute feiert er seinen 80. Geburtstag.

Die Karlsbader Hütte mit dem Laserzsee in den Lienzer Dolomiten gehört zu Walter Mairs Lieblingszielen.

© MairDie Karlsbader Hütte mit dem Laserzsee in den Lienzer Dolomiten gehört zu Walter Mairs Lieblingszielen.



Von Catharina Oblasser

Lienz – Generationen von Wanderern richteten sich schon nach Walter Mairs Vorschlägen, wenn sie eine Tour durch die Bergwelt planten. Mit seinem „Osttiroler Wanderbuch“, das erstmals 1976 erschien, schuf der gebürtige Lienzer das Standardwerk für Bergfreunde, Almenliebhaber und Bewunderer der schönen Landschaft. Walter Mair, der mit Fug und Recht als „Osttiroler Wanderführer“ bezeichnet werden kann, wird heute 80 Jahre alt.

Beruflich hat Mair eine Gärtnerei in der Mienekugel in Lienz, die er auch jetzt noch betreibt. „Aber nicht mehr wie es früher einmal war, mit 13 Angestellten“, sagt er, „heute arbeiten noch meine Frau Bärbl, Tochter Christine und Schwiegersohn Stefan mit.“ Zur Familie gehören außerdem die Enkel Linda, sechs, und Luis, vier.

Mit seinen 80 Jahren ist Walter Mair gesund und agil. Auf die Berge geht er nach wie vor.
Mit seinen 80 Jahren ist Walter Mair gesund und agil. Auf die Berge geht er nach wie vor.
- Mair

Mit 13 hat der Lienzer seine alpine Karriere begonnen. „Der erste 3000er, den ich bestiegen habe, war der Malham in der Venedigergruppe“, erinnert sich Mair. „Das war im Rahmen einer Bergsteigerwoche auf der Rostockerhütte.“ Schon früh engagierte er sich im Alpenverein, betreute die Jugendgruppen und organisierte 33 Bergwochen für den Nachwuchs. „Das war jedes Jahr in der ersten Ferienwoche. Immer wieder wählten wir eine andere Hütte als Quartier“, so Mair. Von 1980 bis 2004 war der Familienvater Obmann der Sektion Lienz des Österreichischen Alpenvereins. Heute ist er Ehrenobmann.

Dass Walter Mair schließlich Autor wurde, ist einer Anfrage eines Verlags in den späten 1960er-Jahren zu verdanken. „Ich wurde gebeten, einen Wanderführer über die Schobergruppe zu schrei­ben“, erzählt er. Diesem Wunsch kam Mair nach. Bald ging der Bergfreund auch unter die Fotografen und bebilderte seine Bücher selbst. Mit dem „Osttiroler Wanderbuch“ fand Mair ein breites Publikum. „Derzeit gibt es acht Auflagen, die neunte ist gerade in Arbeit“, weiß der Autor zu berichten. „Darin finden sich 700 Routenvorschläge für alle Altersgruppen, alle Wege, Steige und auch Klettersteige.“ Für die Recherchen zu dem Werk hat der heute 80-Jährige „unendliche Strecken“ zurückgelegt.

Von den 254 Dreitausendern in Osttirol, die Mair schon alle bestiegen hat, sind ebenfalls viele in seinen Büchern beschrieben. „Aber nicht alle Gipfel, nur die, auf die es einen Weg oder Steig hinauf gibt.“ Einen Lieblingsberg hat Walter Mair nicht, aber als seine Bergheimat bezeichnet er die Karlsbader Hütte, die auf 2260 Metern Seehöhe in den Lienzer Dolomiten liegt. Seit 1955 steuert er sie im Sommer und im Winter an.

Bis heute hat Mair 23 Buchtitel publiziert, darunter etliche Bildbände. Sein „Osttiroler Wanderbuch“ wurde bereits 2005 mit dem „Goldenen Buch“ des Österreichischen Buchhandels für mehr als 25.000 verkaufte Exemplare ausgezeichnet. Dieses Werk und ein Bildband über Almen sind jene Bücher, die am beliebtesten sind, wobei das Almenbuch bereits vergriffen ist. Weitere Titel sind „Osttirol. Porträt einer Landschaft“, „Zauber der Bergseen“ oder das „Vier-Jahreszeiten-Wanderbuch“. Auch das angrenzende Oberkärnten mit seinen Wanderzielen findet Berücksichtigung in seinen Werken. „Die schöne Landschaft ist unser Kapital“, ist der Lienzer, der Osttirol in- und auswendig kennt, überzeugt.

Genießen will er die Naturschönheiten, die der Bezirk bietet, auch weiterhin. „Gesundheitlich geht es mir gut“, ist Walter Mair dankbar. Also steht seinen Touren auf die Karlsbader Hütte, auf das Almerhorn oder die Stüdlhütte nichts im Weg.

Der 80. Geburtstag wird heute im Kreise der Familie gefeiert, so Mair, der noch immer fleißig ist. „Gearbeitet habe ich immer viel in meinem Leben, trotz der Bergsteigerei.“