Letztes Update am Do, 28.11.2019 08:23

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Skandal-Notruf

Wirbel um Telefonat: Vorgesetzter machte Polizisten zur Schnecke

Der Mitschnitt eines Notruftelefonats in der Steiermark sorgt für Wirbel. Darin wählt ein hochrangiger Polizist den Notruf – und erzürnt sich dann, dass der abhebende Polizist ihn als Vorgesetzten nicht erkannte. Nachdem der Fall öffentlich wurde, wurde der Betreffende versetzt.

(Symbolfoto)

© Böhm(Symbolfoto)



Graz – Ein Mitschnitt eines Notruftelefonats bei der Polizei in der Steiermark, das der Wochenzeitung Falter zugespielt wurde, sorgt für Wirbel: Ein hochrangiger steirischer Polizist hatte angerufen, um eigentlich ein möglicherweise unerlaubtes Feuerwerk zu melden. Doch als er trotz Namensnennung nicht vom Beamten am anderen Ende der Leitung erkannt wird, drohte er, ihm „die Wadl virezurichten“.

Der Vorgesetzte beorderte den Polizisten im entsetzten, schon etwas ausfälligen Ton zum Termin in sein Büro, wo der junge Kollege alle Führungskräfte auswendig aufzählen sollte: „Und wenn Sie sie nicht kennen, dann werden wir ein Disziplinarverfahren einleiten. Haben Sie mich verstanden?“, setzte der leitende Beamte scharf nach.

Erst keine Maßnahmen, dann doch Versetzung

Fritz Grundnig von der Landespolizeidirektion Steiermark bestätigte am Mittwoch, dass das Telefonat so stattgefunden hatte – und zwar schon Anfang September. Wenige Tage danach habe es zwischen den Beteiligten und Landespolizeidirektor Gerald Ortner ein klärendes Gespräch gegeben. Damit sei die Sache intern aus der Welt geschafft. Disziplinäre Maßnahmen gebe es für keinen, hieß es erst.

Das änderte sich jedoch offenbar, nachdem die Geschichte am Mittwoch durch die Medien ging. Der betreffende hochrangige Polizist werde vorübergehend in die steirische Fremdenpolizei versetzt und übe seine Funktion als stellvertretender Landespolizeidirektor jetzt nicht mehr aus, berichtet der Falter.

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Da der Mitschnitt aus der Notrufzentrale an die Öffentlichkeit gelangt sei, werde nun „gegen unbekannt“ wegen Amtsmissbrauchs und Verletzung des Amtsgeheimnisses ermittelt, hieß es außerdem. Grudnig betonte, dass nicht gegen den Beamten, der den Notruf entgegennahm, ermittelt wird. Der leitende Polizist wolle in der Angelegenheit keine Stellungnahme abgeben, hieß es. (TT.com, APA)