Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 03.12.2019


Osttirol

Pflege-Teilzeitausbildung in Lienz: „Auch Männer als Pflegekräfte gefragt“

Die Gesundheits- und Krankenpflegeschule in Lienz bietet erstmals in Tirol eine familienfreundliche Teilzeitausbildung. Start ist im Frühjahr.

Manuela Girstmair, Direktorin der Gesundheits- und Krankenpflegeschule in Lienz, spricht in einer Klasse, die die reguläre einjährige Vollzeit-Ausbildung zu Pflegeassistenten im Herbst begonnen hat.

© Christoph BlassnigManuela Girstmair, Direktorin der Gesundheits- und Krankenpflegeschule in Lienz, spricht in einer Klasse, die die reguläre einjährige Vollzeit-Ausbildung zu Pflegeassistenten im Herbst begonnen hat.



Von Christoph Blassnig

Lienz – Pflegekräfte sind sehr gefragt. Inzwischen ist mit etwas Verspätung der Mangel auch in Osttirol angekommen. „Meine letzte Umfrage vor einem Monat hat ergeben, dass im Bezirk aktuell 30 Stellen unbesetzt sind“, berichtet Manuela Girstmai­r, Leiterin des Instituts für Gesundheitsbildun­g sowie Direktorin der Gesundheits- und Krankenpflegeschule in Lienz. Zehn Stellen davon müssten mit Diplomkräften besetzt werden, 20 warten auf Pflegeassistenten bzw. Fachassistenten. Noch größer als in den Wohn- und Pflegeheimen sei der Bedarf in der mobilen Pflege. „Die Zahl der Klienten in den Sprengeln nimmt stetig zu“, sagt die Institutsleiterin. Der Bedarf werde weiter steigen.

Eine neue Ausbildungsvariante soll die Vereinbarkeit mit einer Familie erhöhen. „Wir beginnen erstmals in Tirol mit einer Teilzeitausbildung für Pflegeassistenten und hoffen auf reges Interesse“, kündigt Girstmair an. Auch Männer seien in diesem Sozialberuf grundsätzlich sehr gefragt. Im Bezirkskrankenhaus liege der Anteil männlicher Pflegekräfte derzeit bei 18 Prozent, in den Wohn- und Pflegeheimen noch bei 7,5 Prozent. Nur noch 3,5 Prozent Männer stehen im Dienst der Sozialsprengel. „Das mag auch mit der Tatsache zusammenhängen, dass in der mobilen Pflege Teilzeitbeschäftigungen üblich sind, die wiederum Frauen besetzen“, vermutet Girstmair.

Um auch Saisonarbeits­kräften einen Wechsel in den Pflegeberuf zu ermöglichen, startet der 14-monatige Kurs zu einer ungewöhnlichen Zeit, nämlich am 1. April 2020. Die Anmeldung ist jederzeit möglich. Um auch das vor Beginn zu belegende Berufspraktikum im Umfang von 120 Stunden noch unterzubringen, empfiehlt die Direktorin eine rechtzeitige Anmeldung bis 31. Jänner.

„Unsere familienfreundliche Pflegeassistenzausbildung verteilt die Theoriestunden auf die Vormittage von Montag bis Freitag“, erläutert die Direktorin. So könnten Mütter an den Nachmittagen ab 13 Uhr für ihre Kinder da sein. Lediglich die insgesamt 18 Praktikumswochen seien in Vollzeit zu bewältigen. Aufnahmevoraussetzungen sind das vollendete 17. Lebensjahr, abgeschlossene Schulpflicht oder Lehre, Vertrauenswürdigkeit, gesundheitliche Eignung und ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache. „Bei Förderanträgen über die Pflegestiftung Tirol und das Arbeitsmarktservice sind wir sehr gerne behilflich“, sagt Girstmair.




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