Letztes Update am Fr, 05.04.2013 10:36

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesellschaft

Blutfehde zwischen Amazonas-Stämmen in Ecuador

Mindestens 15 Tote nach Kämpfen zwischen zwei Stämmen: Auslöser war vermutlich Streit um Waldrodungen und die Erdölförderung.



Quito - Zwischen Indios im Amazonasgebiet von Ecuador ist eine Blutfehde ausgebrochen. Mindestens 15 Mitglieder der Taromenani - eines Indio-Stamms ohne Kontakt zur weißen Zivilisation - seien von Mitgliedern des Huaorani-Stammes getötet worden, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Huaorani, Gilberto Esquimo, am Donnerstag (Ortszeit) der Nachrichtenagentur dpa. Das Justizministerium in Quito kündigte über Twitter an, den Vorfall zu untersuchen. Hintergrund sind Streitigkeiten über Waldrodungen und Erdölbohrungen.

Der Angriff geschah angeblich am vergangenen Freitag im ostecuadorianischen Orellana-Gebiet als Repressalie für den Tod eines Huaorani-Führers und einer seiner beiden Frauen. Das Paar wurde vor einem Monat mutmaßlich von Taromenani mit Lanzen getötet, weil es keinen Stopp der Waldrodungen in der Umgebung erreicht habe. Die Huaorani stehen im Gegensatz zu den Taromenani im Kontakt mit dem ecuadorianischen Staat.

Esquimo forderte Unterstützung der Regierung. Neue Auseinandersetzungen seien zu befürchten. Die Rivalität zwischen den beiden Amazonas-Stämmen hatte bereits 2003 zu einem Massaker geführt, als 23 Taromenani von Huaorani-Kriegern getötet wurden. (APA/dpa)

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