Letztes Update am Mi, 11.12.2013 16:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


GQ gegen Homophobie

Mundpropaganda der anderen Art: Männer küssen für mehr Toleranz

13 deutsche heterosexuelle Stars setzten küssend ein Zeichen gegen Schwulenfeindlichkeit. Das Männermagazin GQ startet am Donnerstag die Kampagen „#Mundpropaganda – Gentlemen gegen Homophobie“.



München – Ken Duken und Kostja Ullmann eng umschlungen, ein inniger Kuss von Revolverheld: Am 12. Dezember startet das Männer-Magazin GQ mit Erscheinen der Jänner-Ausgabe die Aktion „#Mundpropaganda – Gentlemen gegen Homophobie“. Insgesamt 13 heterosexuelle, prominente Deutsche haben sich der Aktion angeschlossen: Herbert Grönemeyer küsst August Diehl, die Rapper Moses Pelham und Thomas D knutschen ebenso vor der Kamera wie die Band „Fettes Brot“ und die Beachvolleyball-Olympiasieger Julius Brink und Jonas Reckermann.

„Sich küssende Heteros – dieser Mut ist absolut bewundernswert, erst recht, wenn man in der Öffentlichkeit steht. Die Absagen, die wir auf der Suche nach Unterstützern für diese Initiative bekamen, haben uns gezeigt, dass selbst in Deutschland noch ein weiter Weg zu gehen ist“, erklärte GQ-Chefredakteur José Redondo-Vega. Noch immer sind Homosexuellen erschreckend oft mit Ablehnung und Unverständnis ausgesetzt. „Es geht uns mit #Mundpropaganda darum, ein klares Zeichen gegen Intoleranz und für eine freie Gesellschaft zu setzten“, sagte Redondo-Vega.

Sechs leidenschaftliche Bilder sind für die GQ-Kampagne entstanden - als Zeichen der Solidarität und des Protestes gegen Homophobie. „Ich befürchte, dass Dummheit und Ignoranz nicht aussterben, und insofern ist es immer wieder gut, Dinge laut und deutlich zu sagen – so wie jetzt bei diesem Fotoshooting“, begründete Boris Lauterbach alias König Boris von „Fettes Brot“ die Motivation der Band, sich #Mundpropaganda anzuschließen.

Die prominenten Küsser haben aber auch die bevorstehenden Olympischen Spiele in Sotschi und der Umgang mit Homosexuellen in Russland motiviert: „Ich finde es wahnsinnig wichtig, bei dieser Aktion mitzumachen, denn die Russen und vor allem auch Putin sollten sehen, was es bedeutet, in einer liberalen, demokratischen Gesellschaft aufzuwachsen“, erklärte Kostja Ullmann. „Wenn die Sportler nach Russland gehen, müssen sie das Recht haben, zu demonstrieren und ihre Meinung zu äußern. Andernfalls sollte das Ganze nicht stattfinden.“

Acht Seiten der Jänner-Ausgabe hat GQ der Aktion gewidmet. Und auch im Internet ist #Mundpropaganda stark vertreten: Auf Facebook gibt es eine eigene Seite, in einem speziellen Redaktionsblog finden sich Hintergründe und aktuelle Reaktionen auf die Initiative. Ein Video auf www.GQ.de zeigt zudem Szenen von den Fotoshootings und Kurzinterviews mit den 13 Herren. (tt.com)