Letztes Update am Mi, 15.01.2014 06:08

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Kathpress“

Kirchenaustritte leicht steigend, doch Franziskus-Effekt lässt hoffen

Im Vorjahr verließen etwas mehr Menschen die Kirche als 2012 (Plus 4,8 Prozent). Mit 54.845 Austritten liegen die Zahlen aber im Rahmen der letzten Jahre und deutlich unter dem Rekord von 2010, als 85.960 Austritte verzeichnet wurden. Auch die Diözese Innsbruck berichtet von relativ stabilen Verhältnissen.



Wien, Innsbruck – Die Zahl der Kirchenaustritte ist 2013 gegenüber dem Jahr zuvor leicht gestiegen. Insgesamt 54.845 Personen meldeten sich im vergangenen Jahr ab, 2012 waren es laut amtlicher Statistik 52.336, meldete die „Kathpress“ am Dienstag. Das entspricht einer Zunahme der Austritte um 4,8 Prozent. Die Zahl der Katholiken in Österreich ist um rund ein Prozent von 5,36 Mio. auf 5,31 Mio. geschrumpft.

Laut Bischofskonferenz bewegen sich die Austritte mit den jüngsten Zahlen im Rahmen der vergangenen Jahre, wobei die Diözesen unterschiedliche Entwicklungen melden. Während einige einen leichten Rückgang verzeichnen, hat die Zahl der Austritte in anderen leicht zugenommen.

2011 verließen insgesamt 59.023 Personen die Kirche, 2009 waren es 53.269. 2010 musste die Kirche 85.960 Austritte verzeichnen - ein historischer Höchststand -, was damals zu einem Gutteil auf das Bekanntwerden von Missbrauchsfällen im kirchlichen Bereich zurückzuführen war.

Neueintritte und Widerrufe

Mit Stichtag 31. Dezember 2013 wurden auch 4.769 Personen in die Kirche wieder oder neu aufgenommen. Das ist um 6,5 Prozent mehr als 2012 (4.477 Eintritte). 586 Personen machten von ihrem Recht auf Widerruf Gebrauch. Damit sind Menschen gemeint, die zunächst ihren Austritt erklärt hatten, nach einem Kontakt mit kirchlichen Verantwortlichen und innerhalb einer Dreimonatsfrist aber wieder Abstand von diesem Schritt nahmen. Die Widerrufe sind 2013 deutlich weniger (minus 10,1 Prozent) als 2012 (652).

Diözese Innsbruck: stabile Austrittszahlen mit leichter Aufwärtstendenz

Die Diözese Innsbruck zählte zum Jahreswechsel 392.963 Katholiken (2012: 394.275). 3.338 Personen verließen die Kirche (2012: 3.271). Die Zahl der Eintritte belief sich 2013 auf 361 (2012: 242). 59 Personen widerriefen ihren Austritt (2012: 58).

Als „Stabilisierung mit Hoffnungspotential“ bezeichnete der Medienreferent der Bischofskonferenz, Paul Wuthe, die kirchliche Situation mit Blick auf die aktuellen Katholikenzahlen gegenüber „Kathpress“: „Trotz der Kirchenaustritte setzen über 99 Prozent der Katholikinnen und Katholiken durch ihr Bleiben oder den Eintritt ein klares ‚Ja‘ zu ihrer Kirche“, gab Wuthe am Dienstag zu bedenken und verwies darauf, dass damit die katholische Kirche „im Vergleich mit anderen großen Institutionen des Landes sehr gut dasteht“.

Hoffen auf den Franziskus-Effekt

Hoffnung gebe vor allem das neue positive Interesse an Kirche und Glauben, das mit Papst Franziskus zusammenhänge. Der deutliche Rückgang an Kirchenaustritten gegen Jahresende in einigen Diözesen könnte darin seine Ursache haben und sei ein „positives und bestärkendes Signal“.

Bei den Angaben für 2013 handelt es sich um vorläufige Zahlen. (tt.com, APA)




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