Letztes Update am Fr, 17.01.2014 07:00

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesellschaft

Pilgerweg auf den Spuren des heiligen Romedius

Von Thaur bis San Romedio im Trentino führt eine 180 Kilometer lange Pilgerroute. Nun gibt es ein Pilgerheft mit der genauen Wegbeschreibung.



Von Nikolaus Paumgartten

Thaur – Der heilige Romediu­s gilt als der Ortsheilige von Thaur. Nicht nur, dass zahlreiche Thaurer den Vornamen Romed tragen, es finden sich auch zahlreiche Darstellungen des Heiligen auf Häuserfassaden und Bildstöcken im Dorf. Hoch über Thaur befindet sich außerdem das Romedi­kirchl, in dem sich einige Reliquien des heiligen Romediu­s befinden. Dieses Kirchlein ist Ausgangspunkt eines Pilgerwegs, den Dekan Martin Ferner und der Obmann des Thaurer Pfarrgemeinderates, Hans Staud, am Mittwoch offiziell präsentiert haben.

Romedius entstammt den Quellen zufolge dem Geschlecht der Edlen von Thaur und lebte im 4. Jahrhundert, anderen Angaben nach im 7. und 8. bzw. 11. Jahrhundert. Der Legende nach soll er seine Besitztümer an die Bischofskirchen von Trient und Augsburg verschenkt und eine Wallfahrt nach Rom unternommen haben. Als Einsiedler soll sich der Heilige, der meist im Mönchsgewand auf einem Bären reitend dargestellt wird, in einer Schlucht bei Tavon am Nonsberg im Trentino niedergelassen haben.

Vor zwei Jahren begaben sich Dekan Ferner und Hans Staud zum ersten Mal gemeinsam auf Spurensuche und sind dem Ortsheiligen ins Trentino gefolgt. Ziel der beiden war es, eine möglichst direkte Route von Thaur nach San Romedio zu finden, abseits von Autobahnen und Schnellstraßen. Das erste Herantasten an die Route über Almen und historische Wallfahrtsstätten erfolgte in mehreren Etappen und Anreisen, das zweite Mal gingen die beiden den Weg in sieben Tagen. „Dabei sind wir allerdings zehn Stunden täglich unterwegs gewesen“, erklärt Dekan Ferner. In normalem Tempo ist die Distanz in zwölf Tagen zu bewältigen. Die 180 Kilometer lange Strecke mit 9800 zu überwindenden Höhen­metern ist nun der festgelegt­e Pilgerpfad. Er führt über Maria Waldrast, die Stubaier Alpen, das Ridnauntal und Meran bis ins Trentino.

Eine genaue Beschreibung des Weges und der Etappen finden sich in einem Pilgerheft, das anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Diözese Innsbruck nun veröffentlicht wurde. Es kann über die Diözese bzw. die Pfarren Thaur und Absam bezogen werden.




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