Letztes Update am Fr, 27.06.2014 06:50

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesellschaft

Ein Gesicht für gesunde Schulen

Land Tirol, Landesschulrat und Gebietskrankenkasse entwickeln Gütesiegel.



Innsbruck – Die Schule als Vorbereitung auf das Leben: Der Bildungsbegriff wird ein immer umfassender. Soziale Kompetenzen gewinnen an Bedeutung und auch die Gesundheitsförderung.

„Gesunde Schüler und auch Lehrer haben einen besseren Lernerfolg, sind leistungsbereiter und resistenter“, erklärt Tirols Bildungslandesrätin Beate Palfrader (VP), warum das Land, der Landesschulrat und die Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) bei der Gesundheitsförderung an einem Strang ziehen würden.

Das Ziel für das kommende Schuljahr sei ein eigenes Gütesiegel „Gesunde Schule Tirol“, das für drei Jahre nach Prüfung an Schulen verliehen werde, berichtete Palfrader, die auch amtsführende Präsidentin des Landesschulrates ist. Damit sollen Schulen ausgezeichnet werden, die gesundheitsfördernde Maßnahmen umsetzen. Die genauen Kriterien würden gerade erarbeitet. Schon jetzt würden sich zahlreiche Schulen an Projekten zur Gesundheitsvorsorge und Bewusstseinsbildung beteiligen, strich TGKK-Direktor Arno Melitopulos hervor. „Wir gehen gern in die Schulen, weil Kinder und Lehrer da gut greifbar sind.“ Soll heißen: Die Schule ist ein gutes Feld, um Menschen zu erreichen. Die Projekte gliedern sich in vier Themenbereiche: Ernährung, Bewegung, Kompetenz und Prävention. So seien bis heute schon 10.000 Schüler durch die Zahnprophylaxe des Programms „Gesund rund um den Mund“ gegangen. 1500 Kinder und Jugendliche hätten sich zudem bereits durch den Ernährungsführerschein manövriert. 20 Schulen, darunter auch die Innsbrucker Volksschule Angergasse, nehmen an der „Gesunden Schule Tirol“ teil und gestalten ihr Umfeld in einem über zwei bis drei Jahre moderierten Programm noch gesünder. „Wir sehen Kinder heute viel ganzheitlicher. Die Anforderungen an die Pädagogen sind gestiegen“, schildert Direktorin Iris Posch. Oft würde das Wissen und das Bewusstsein für Gesundheit nicht mehr im Elternhaus vermittelt. War früher Stillsitzen oberstes Gebot in der Schule, müssten die Kinder heute zu Bewegung motiviert werden.

Besonders stolz ist Melitopulos auf das Pilotprojekt „Do it yourself“, eine maßgeschneiderte Gesundheitsbefragung. „Die Ergebnisse sind überraschend“, kündigte Melitopulos an, verriet aber noch nicht mehr. TGKK-Obmann Werner Salzburger kündigte eine Kooperationsvereinbarung mit dem Land an. Bisher würden zwischen 250.000 und 300.000 Euro jährlich ohne Personalkosten in die Gesundheitsförderung an Schulen investiert. (cm)