Letztes Update am Mi, 09.07.2014 06:44

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesellschaft

Die Isel als Kaderschmiede für junge Umweltschützer

Die Jugendgruppe des WWF soll sich beim „Riverwalk“ Erfahrungen, aber auch Führungsqualitäten aneignen. Start ist in Prägraten.



Von Catharina Oblasser

Prägraten – In Österreich feiert er Premiere: der so genannte Riverwalk, eine Erkundung wunderschöner Flusslandschaften, die ökologisch (noch) unverfälscht und unbeeinträchtigt sind. Dabei folgen rund 20 junge Männer und Frauen mit Interesse an Naturschutz den Flussläufen der Isel und der slowenischen Soca, treffen Experten und Künstler, lassen sich über die Flussökologie informieren und stärken ihre Beziehung zu Natur und Umwelt. Die Aktion, an der Österreicher und Slowenen teilnehmen, läuft unter dem Titel „Youth Takin­g Action for the Earth“ der Umweltschutzorganisatio­n WWF.

Start des ersten österreichischen Riverwalks ist am Samstag, den 12. Juli, in Prägraten. Bei einem großen Fest (siehe Infobox) treffen die jungen Umweltschützer auf Gleichgesinnte. Warum gerad­e die Isel? Gebhard Tschavoll vom WWF erklärt: „Gewässer und Flusslebensräume sind heute am meisten bedroht. Isel und Soca sind zwei prominente Flüsse, die ganz besonders unter Druck stehen, was die wirtschaftliche Nutzung betrifft.“

Die Teilnehmer des Riverwalks sollen nicht nur persönliche Bindungen zu den bereisten Flüssen entwickeln, sondern auch „Leadership Skills“ entwickeln, gibt der Internetauftritt www.wwf.at/riverwalk Auskunft. Das Verständnis der politischen und sozialen Aspekte der besuchten Gebiete solle vertieft werden, die Teilnehmer sich zu effektiveren Führungspersönlichkeiten für den Naturschutz entwickeln, heißt es dort. „Ich würde sie als Multiplikatoren bezeichnen, die selbst auch als Gruppenleiter zum Einsatz kommen können, zum Beispiel für Jugendgruppen“, erklärt Tschavoll.

Nathan Spees vom WWF begleitet die Gruppe als Coach und Moderator. Statio­n gemacht wird auch in Lienz, wo ein Treffen mit einem Gewässerökologen auf dem Programm steht. „Wir sagen nicht, alles muss gesperrt und geschützt sein. Aber man sollte sich darüber Gedanken machen, wie man nachhaltig leben kann, und über seine Konsumgewohnheiten nachdenken.“