Letztes Update am So, 13.07.2014 07:12

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesellschaft

Fußball, Venet, Kraftwerke und Maut beim TT-Café in Landeck

Beim Landecker TT-Café in der Citypassage war es am Samstag oft richtig eng.



Von Helmut Wenzel

Landeck – Wettermacher Petrus hatte es mit dem Landecker TT-Café gestern Samstag gut gemeint: Es war weder zu heiß noch zu kühl – gerade recht für die Besucher, darunter unzählige Leser der Tiroler Tageszeitung. Sie hatten den Platz der Citypassage lückenlos gefüllt, um einen informativen wie unterhaltsamen Vormittag zu erleben. Auf ein gemütliches Frühstück mit Kaffee von Wedl/Testa Rossa, Montes-Mineralwasser und Gebäck vom Bäcker Ruetz ließ sich niemand lange bitten. Zudem spendierte Karl Handl drei Kisten mit Mini-Landjägern sowie Grillspeck. Und die kleinen Gäste entdeckten rasch die kreativen Spiele in der TT-Kinderecke.

So richtig zur Sache ging es dann auf der Bühne, wo TT-Chefredakteur Alois Vahrner den Interviewpartnern interessante Neuigkeiten entlockte. Am Thema Fußball kam vor dem WM-Finale in Brasilien freilich niemand vorbei, auch nicht der Landeshauptmann. „Ich bin eigentlich ein Argentinien-Fan“, verriet er, „aber wir brauchen eine gute Stimmung in Deutschland, damit von dort wieder viele Gäste zu uns auf Urlaub kommen.“ Für Versehrtensportler Martin Falch ist Argentinien der Favorit für den Weltmeistertitel. Der nordische Kombinierer Christoph Bieler bemerkte scherzhaft: „Ich befürchte, Deutschland macht es. Aber die Daumen halte ich für Messi und Argentinien.“

Übereinstimmende Positionen vertraten die Bürgermeister Wolfgang Jörg (Land­eck) und Siggi Geiger (Zams) bei den Herausforderungen am Venet. „Der Berg hat gutes Potenzial als Skigebiet“, betonte Jörg. So schwierig die Zukunftssicherung der Seilbahn sei, er plädiere dennoch für eine Unterstützung beim Ausbau der Beschneiungsanlage. Zams stehe mehrheitlich hinter dem Venet und werde die notwendigen Aufgaben mittragen, sagte Geiger. „Es ist wichtig, dass wir die Kinder zum Skifahren motivieren.“

Ob er da in eine Zwickmühle gerät, wenn er den Wildwassersport an der Sanna unterstützt und sich gleichzeitig zum Ausbau der Wasserkraft bekennt, wollte Vahrner von Wirtschaftskammerchef Toni Prantauer wissen. „Es ist klar, dass wir in Tirol Strom aus Wasserkraft brauchen. Aber auch die Wildwassersportler müssen leben können. Sollte das nicht der Fall sein, sagen wir Nein zum Kraftwerk“, erklärte der Kammerobmann.

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Überraschendes verriet Karl Handl – das Unternehmen Handl Tyrol beschäftigt mehr als 500 Mitarbeiter und hat 60 Prozent Exportanteil: „Wenn ich damals in den Anfangsjahren geahnt hätte, wie wir uns entwickeln, hätte ich nicht in Pians gebaut.“ In Pians und auch am Standort Schönwies habe man keinen Platz für einen weiteren Ausbau des Betriebs. „Europa schläft nicht, wir müssen uns einem harten Wettbewerb stellen.“

Ein Mautmodell wie in Deutschland könne er sich für Tirol sehr gut vorstellen, erläuterte LH Platter. „Damit wären viele Probleme gelöst, die Sondermauten am Brenner und Arlberg wären weg und wir hätten keine Mautflüchtlinge mehr.“ Nicht kommentieren möchte er das umstrittene Sannakraftwerk. „Da bin ich nicht involviert.“

Landecks Kulturreferentin Simone Luchetta gestand, sie habe diesen Job nicht unbedingt angestrebt. „Dann habe ich mich doch für diese Aufgabe entschieden, weil es mich interessiert hat.“ Die Bilanz zu den Festwochen „Horizonte“ sei sehr gut ausgefallen. Mit Schloss Landeck wünsche sie sich „eine Kultureinrichtung, die für alle offen ist“. Luchetta hofft, das Kulturbudget von 180.000 Euro halten zu können.

Sie ist ihre eigene Chefin und betreibt in Land­eck die Firma „Livinspa Training & Consulting“. Die Unternehmerin Sandra Agerer schilderte: „Der Vorteil ist, man entscheidet alles selber. Man braucht aber auch innovative Konzepte und ein gutes Zeitmanagement, um erfolgreich zu sein.“




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