Letztes Update am Di, 21.10.2014 08:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bischofssynode

Bischof Scheuer sieht Hoffnungssignal

Innsbrucks Bischof beurteilt Synode positiv: Realität wurde ohne Scheuklappen wahrgenommen.

Diözesanbischof Manfred Scheuer.

© TT/Julia HammerleDiözesanbischof Manfred Scheuer.



Innsbruck – Grundsätzlich positiv bewertet der Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer den Prozess, den die Bischofssynode in Rom zu Fragen von Familie, Ehe und Sexualität ausgelöst und begleitet hat. Besonders streicht Scheuer in einer ersten Stellungnahme die Offenheit der Diskussion hervor. Und was die Fragen der wiederverheirateten Geschiedenen oder Menschen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen betrifft, habe die Synode zwar keine Antworten gefunden, aber auch keine Entscheidungen getroffen, die alle Türen zugesperrt hätten.

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Scheuer befürwortet die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene. Obwohl es dafür keine Zweidrittelmehrheit gegeben hat, ist für ihn eines entscheidend: Die Synode habe unterstrichen, dass „Christus gewollt hat, dass die Kirche ein Haus mit stets offenen, einladenden Türen ist, ohne irgendjemanden auszuschließen“.

Ebenso vielversprechend bewertet Scheuer die Bemühungen der Synode, die Lebenswirklichkeit von Ehe und Familie wahrzunehmen, ohne gleich zu verurteilen, ohne einzugrenzen oder von vornherein negativ zu betrachten. Dieses Wahrnehmen der Realität ohne Scheuklappen ist für ihn mit einer großen Sympathie für die Familien geschehen, „aber auch für jene, die darin verletzt worden sind, gescheitert sind und neu begonnen haben, und ist ein erstes äußerst hoffnungsvolles Signal von der Synode“.

Offen spricht der Innsbrucker Oberhirte davon, dass es Versuche gegeben habe, bestimmte Positionen mit Macht durchzusetzen. „Doch die Einladung des Papstes zu einer Offenheit der Rede ist ein Gut, hinter das man bei einer Synode in Zukunft nicht mehr zurückgehen kann.“

Positiv sehen sowohl Theologen, die Pfarrerinitiative als auch die Plattform „Wir sind Kirche“ den Prozess der Synode. Kardinal Christoph Schönborn betonte, dass die Kirche den Tunnelblick weiten müsse. (pn, sabl)