Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 11.11.2014


Schwaz

300.000 Schritte sollen dem kleinen Ralph helfen

Manuela Bliem startet morgen einen 262 km langen Marsch von Jenbach nach Kärnten, um für ein krankes Kind Spenden zu sammeln.

© DählingManuela Bliem hat ein großes Herz für Kinder und startet morgen in Jenbach ihre Wanderung.



Von Angela Dähling

Jenbach – Was tun in der Zwischensaison? In ferne Länder fliegen? Oder nach Ferndorf gehen? Kellnerin Manuela Bliem entschied sich für Letzteres. Die gebürtige Hallerin marschiert ab Mittwoch von ihrem Wohnort Jenbach aus 262 Kilometer in den kleinen Ort Ferndorf in Kärnten. Genauer gesagt, zu dem vierjährigen Ralph und seiner Familie.

Ralph hat ein schweres Schicksal zu meistern. Er hat die so genannte „Schmetterlingskrankheit“ mit einer weltweit nur an einer Handvoll Kindern bekannten Sonderform: Auch die inneren Organe sind davon betroffen. Täglich hat der Junge zig Blasenkoliken, deren Schmerz­intensität ähnlich der von Presswehen sind. Seine einzige arbeitende Niere ist mit nur 30 Prozent Leistung überfordert. Manuela Bliem las im Internet über Ralphs Schicksal und entschied, zu helfen. Nachdem sie 2013 die Familie besuchte, kam ihr diesen Sommer die Idee, wie sie helfen kann.

Die Jenbacherin, die vor drei Jahren mit ihrem Mann den kleinen gemeinnützigen Verein „Hoizzwecki“ gegründet hat, will per pedes Spenden für ihn sammeln. Dafür holt sie sich heute, am 11.11., bei der Messe vor dem Laternenumzug den Segen vom Jenbacher Pfarrer Marek Ciesielski. Am morgigen Mittwoch um 9 Uhr startet Manuela Bliem dann ihren sieben- bis zehntägigen Marsch. „300.000 Schritte für Ralph“ steht auf ihrer Jacke. An ihrer Seite wird Ralphs Vater sein, der ebenfalls mitmarschiert. „Wir gehen im Zeichen des heiligen Martin und haben kein Geld dabei“, erzählt Bliem. Die erste Übernachtungsmöglichkeit in Wörgl ist bereits organisiert. Tags darauf dürfen sie beim Stanglwirt in Going schlafen. „Danach muss ich mich durchfragen“, sagt die engagierte Tirolerin und hofft auf Hilfe in Form von Unterkunft und Verpflegung aus der Gastronomie.

So fröhlich ist Ralph selten. Ihn plagen täglich zig Blasenkoliken.
- Dähling

Ihr Weg führt sie entlang der Landes- und Gemeindestraße über Münster, Kramsach, Wörgl, Going, Leogang, Schüttdorf, Dorfgastein und Unterkolbnitz nach Ferndorf.

Firmen und Privatpersonen können für jeden Kilometer spenden. „Wir nehmen jede Spende gerne an und listen alle Spender auf unserer Facebook-Seite auf“, erklärt Manuela Bliem. Ihr Ziel ist es, das Geld für einen gebrauchten Wohnwagen mit kleiner Küchennische (ca. 7000 Euro) zusammenzubekommen. „Wegen Ralphs Koliken dauert seine Nahrungsaufnahme zwei, drei Stunden. Mit Gästen in einem Hotel zu urlauben, ist für die Familie daher unmöglich“, erklärt die Jenbacherin. Sie hat übrigens selbst zwei (gesunde) erwachsene Kinder und mit ihrem Verein bereits vier behinderten Kindern geholfen, indem sie u. a. Geld für Delphintherapie sammelte.

Warum sie die Hilfsaktionen macht? „Die Frage ist, warum ich sie nicht machen sollte“, antwortet sie lachend. Wer spenden will: Sparkasse Schwaz, IBAN AT922051000300058641, BIC SPCAT22XXX.