Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 21.01.2015


Landeck

„Bergrettung im Bezirk gilt als tirolweiter Vorreiter“

Die Lawinenstaffel steht in akuter Alarmbereitschaft. Hubert Schöpf löst langjährigen Obmann Stephan Siegele ab, dickes Lob der Landesleitung.

© WenzelLawinenhundeführer Egon Kaufmann aus Landeck ist mit seinem Suchhund Nico in Dauerbereitschaft.Foto: Wenzel



Von Helmut Wenzel

Landeck – Es musste schnell gehen: Am Montag gegen 11.45 Uhr stieg Lawinenhundeführer Egon Kaufmann mit Nico in Grins in den Notarzthubschrauber C5 ein. Minuten später suchte Nico den Lawinenkegel im Vallugagebiet in St. Anton ab. Zwei Mitglieder einer siebenköpfigen Wintersportlergruppe konnten kurz vorher nur noch tot geborgen werden. Nico sollte einen weiteren Verschütteten suchen, bevor die Einsatzleitung dann Entwarnung gab.

Nico ist einer von acht ausgebildeten Suchhunden in der Hundestaffel im Bergrettungsbezirk Landeck mit 16 Ortsstellen und 810 Mitgliedern. „Landeck ist der tirolweit am besten aufgestellte Bezirk. Das ist Obmann Stephan Siegele zu verdanken, er hat den Vorzeigebezirk aufgebaut“, hob Landesleiter Kurt Nairz kürzlich bei der Vollversammlung hervor. „Dass er sich jetzt aus Altersgründen zurückzieht, kann ich nur bedauern.“ Die Vorreiterrolle der Landecker gelte auch im Bereich Aus- und Fortbildung, betonte Nairz.

Die neue Führung der Bezirksorganisation war rasch gewählt, alle Funktionäre erhielten einstimmiges Vertrauen der Versammlung. Der neue Obmann, Hubert Schöpf (52) aus Schönwies, hat sich in aller Form bedankt. „Mir ist wichtig, dass der Geist der Kameradschaft und der Zusammenhalt weiterhin so gelebt werden wie bisher.“ Toni Mattle, stellvertretender Landesleiter, dankte Schöpf für dessen Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Aus dem Jahresbericht 2014 von Siegele geht hervor, dass die Bergretter zu 65 Einsätzen im Bezirk ausgerückt sind, 1800 Einsatzstunden wurden geleistet. Die Einsätze der Lawinenhundestaffel sind dabei nicht mitgezählt. Bei den Such- und Bergeeinsätzen waren 88 Personen betroffen bzw. verletzt, sechs konnten nur noch tot geborgen werden. „Für die gute Kooperation mit der Rettung, Feuerwehr Polizei und Hundestaffel können wir uns nur bedanken“, resümierte Siegele. Sein Dank gelte auch dem Lawinenzug, der jeden Winter in der Landecker Pontlatz-Kaserne stationiert ist. Kritische Anmerkungen gab es zu den Funkgeräten. Der bisherige Gerätetyp sei ein Auslaufmodell, jetzt würden Geräte unterschiedlicher Marken verwendet.

Bei der Bezirksversammlung der Bergrettung in Landeck: Toni Mattle, Kurt Nairz, Josef Walch, Josef Vögele, Stephan Siegele, Reinhard Salner, Daniel Thönig, Obmann Hubert Schöpf und Marco Schmid (v. l.).
- Wenzel