Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 17.02.2015


Exklusiv

Vilser Pfarrer: „Mit Verbrennung nicht in Himmel“

Der Vilser Pfarrer Rupert Bader hält Plädoyer für die Erdbestattung – nur sie ermögliche die Auferstehung.

Pfarrer Rupert Bader

© Mittermayr HelmutPfarrer Rupert Bader



Von Helmut Mittermayr

Vils – Dieser Tage erreicht ein Pfarrbrief die Haushalte in Vils, bald auch in Pinswang und Musau. Der katholische Pfarrer von Vils, Rupert Bader, hat seinen zyklischen Aussendungen diesmal ein Heftchen eines Pfarrers aus Oberhofen beigelegt, das extra für Vils nachgedruckt worden ist. Bader stellt dabei die um sich greifende Mode der Feuerbestattung in Frage: „In den großen Glaubensrichtungen wie Judentum und Islam ist eine Verbrennung verboten. Auch im Christentum, wo sie bis ins 20. Jahrhundert strikt abgelehnt wurde. Denn zur Auferstehung braucht es einen Körper. Seit der Öffnung des 2. Vatikanischen Konzils schweigt die Kirche dazu und lässt die Verbrennung gewähren. Aber richtig ist das nicht und das Seelenheil Verstorbener gefährdet.“ Laut Bader hätten die Freimauer die Leichenverbrennung eingeführt, um den Glauben an die Auferstehung zu torpedieren. Er zitiert eine Vorarlberger Seelenschauerin: „Die Seelen der im Krematorium verbrannten Menschen finden sehr lange keinen Frieden.“ Pfarrer Bader stellt trotzdem klar, dass er seine Aussendung nur als Diskussiongrundlage verstanden wissen möchte, selbstverständlich werde er Urnenbestattungen durchführen. Im Außerfern ist das Verhältnis von Urnen- zu Erdbestattung derzeit 50/50, in der Stadt Innsbruck 70/30.

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